Haan: Über die Straße – aber sicher

Haan: Über die Straße – aber sicher

Eine Querungshilfe für die Straße Am Bandenfeld ist bisher an 6.000 Euro gescheitert.

Haan. Angelika Bachmann-Blumenrath kennt die Menschen im Haaner Osten. Als Leiterin des Awo-Hauses für Familien am Bandenfeld, das mit Nachbarschaftshilfe und Fahrradwerkstatt viel mehr als nur eine Kindertagesstätte ist, weiß sie nicht nur um die Sorgen und Nöte ihrer Schützlinge, sondern auch, was die Bewohner des Stadtteils bewegt. Schließlich arbeit und lebt sie dort.

Sie hält eine Querungshilfe für die Landstraße für unbedingt erforderlich - für die Kinder ihrer Einrichtung und für die im Stadtteil lebenden Senioren. "Da geht es um gerade mal 6.000 Euro. Ich war entsetzt, dass das Thema im Stadtrat so abgeschmettert wurde", sagte sie auf WZ-Nachfrage.

Der Antrag der SPD, eine Querungshilfe für die Landstraße in Höhe des östlichen Astes der Straße am Bandenfeld zu errichten, wurde im Januar dieses Jahres gestellt.

Die Begründung: "Vor allem ältere Menschen aus diesem Wohnbereich, aber auch Besucher des Familienzentrums am Bandenfeld haben Probleme, die Landstraße zur Haltestelle Rheinische Straße zu überqueren, da in diesem Bereich hohe Geschwindigkeiten gefahren werden."

Die vergangenen Monate hat das Thema die Fachausschüsse und den Stadtrat immer wieder beschäftigt. Im Februar empfahl die Stadtverwaltung, den Antrag zurückzuweisen - unter anderem mit Hinweis auf die an der westlich gelegenen Haltestelle installierte Fußgängerampel. Diese befinde sich von der Einmündung am Bandenfeld (östlicher Ast) in einer zumutbaren Entfernung von etwa 270 Metern.

"Aber ich kann doch keinem blinden oder gehbehinderten Menschen sagen, dass er noch ein paar Meter weiter gehen muss", sagt Thorsten Seelig, Quartiersmanager von Sahle Wohnen. Er weiß, dass die Querungshilfe für die Landstraße bereits vor fünf Jahren ein Thema war. "Der Verkehr hat deutlich zugenommen, und die Menschen hier werden immer älter", sagt Seelig.

Im Stadtrat fand sich keine Mehrheit für den SPD-Antrag, dessen Realisierung die Stadt mit etwa 12.500 Euro bezifferte. Auf Nachfrage von Wilfried Pohler gab Tiefbauamtsleiter Guido Mering an, dass eine einfache Aufpflasterung mit etwa 6.000 Euro zu Buche schlagen würde.

Die Mitglieder im Bau- und Vergabeausschuss einigten sich in der vergangenen Woche auf einen Ortstermin, nachdem Mering erläutert hatte, warum sich die Querungshilfe nicht so einfach errichten lasse. Würde sie zum Beispiel auf der Linksabbiegerspur installiert, blockierten potenzielle Linksabbieger bei Gegenverkehr den nachfolgenden Verkehr, so die Argumentation.

Mehr von Westdeutsche Zeitung