Haan: Schwimmen wird teurer

Haan: Schwimmen wird teurer

Nach sieben Jahren will die Stadt die Eintrittsgelder für das Hallenbad erhöhen. Die Halbjahreskarten sollen abgeschafft, ein Frühschwimmertarif eingeführt werden.

Haan. Es sind vor allem die Halbjahreskarten, von denen sich die Stadtverwaltung gerne verabschieden würde. "Aus unserer Sicht stellen sie eine zu große Subventionierung dar", sagt Schul- und Sportamtsleiterin Astrid Ruschke-Schwinghammer. Sie hat ausgerechnet, wie preiswert die aktuell 52 Besitzer dieser Eintrittskarten (Sozialtarif: 55 Euro, Normaltarif: 110 Euro, Familienkarte: 154 Euro) das Haaner Hallenbad nutzen können.

Weil deren Besitzer Stammkunden sind, die im Schnitt in 46 Wochen mindestens viermal pro Woche ihre Runden im Becken des Bades drehen, zahlen sie pro Schwimmbadbesuch 1,19Euro. Haben sie eine Halbjahreskarte für Familien erworben, zahlen sie sogar nur 0,83 Euro pro Badbesuch. Zum Vergleich: ein Erwachsener bezahlt zurzeit für einen einmaligen Besuch 2,40 Euro.

Deshalb schlägt die Verwaltung den Mitgliedern des Schul- und Sportausschusses am Donnerstag vor, die Halbjahreskarten abzuschaffen. Gleichzeitig bietet sie die Schaffung eines Ersatzes an, um die Badbesucher nicht zu verlieren. Laut Verwaltung sind das vor allem Frühschwimmer, denen ein neuer, für die Zeit von 7bis 8.30Uhr geltender Tarif (die Hälfte des normalen Eintrittspreises) in Höhe von 1,50 Euro angeboten werden soll.

Seit fast sieben Jahren wurden die Grundtarife im Hallenbad nicht mehr angehoben. Die Erhöhung sei angesichts der gestiegenen Energiekosten und im Hinblick auf die angespannte Haushaltslage "im allgemeinen nicht mehr zu vermeiden", heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung. "Das war schon ein bisschen eine heilige Kuh", gibt Stadtkämmerin Dagmar Formella zu.

Dabei habe die Politik die Verwaltung schon seit längerem beauftragt, eine neue Tarifordnung zur Abstimmung vorzulegen. Das geschehe nun endlich, sagt sie. Und das Thema seien eben vor allem die Halbjahreskarten. Denn deren Abschaffung bei gleichzeitiger Einführung des Frühschwimmertarifs würde bei unveränderter Nutzung eine jährliche Mehreinnahme in Höhe von rund 6800 Euro bringen.

Bislang nimmt die Stadt jährlich rund 170 000 Euro durch die Eintrittsgelder ein. Die Preiserhöhung könnten jährliche Mehreinnahmen von 30 000 Euro für die Stadtkasse bedeuten, die jährlich mit 680 000 Euro für das Hallenbad belastet wird. "Die Mehreinnahmen sind ganz vorsichtig gerechnet", sagt Astrid Ruschke-Schwinghammer.

Sie verteidigt die Anhebung der Eintrittsgelder, die teilweise bei 25 Prozent liegt, mit dem Hinweis auf die siebenjährige Tarifkonstanz, die Sondertarife, die in den Früh- und Mittagsstunden sowie an den Wochenenden auf die individuellen Bedürfnisse der Badbesucher eingehen.

Auch hätten Kinder unter sechs Jahren weiterhin freien Eintritt, was zum Beispiel auch Kindergartengruppen den kostenlosen Schwimmbadbesuch ermöglicht. "Darüber hinaus haben auch Mädchen und Jungen, die im Rahmen des Offenen Ganztags an den Grundschulen zum Schwimmen kommen, freien Eintritt", sagt Dagmar Formella. Weil dieses Angebot bislang aber nur zögerlich angenommen werde, will sie dafür in den kommenden Wochen werben. "Ich möchte die Themen Schwimmen und Schulsport vorantreiben."

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