Haan/PCB-Sanierung: Stadt reicht jetzt Schadensersatzklage ein

Haan/PCB-Sanierung: Stadt reicht jetzt Schadensersatzklage ein

Sechs Jahre dauerte die Beweissicherung für die Maßnahmen an der Grundschule Bollenberg. Die Stadt hofft auf Erstattung aller Kosten.

Haan. Die Geschichte der PCB-Sanierung der Grundschule Bollenberg ist lang. Das erste Kapitel begann im Juli 2000 und endete im September 2002 mit einem mehr als enttäuschenden Ergebnis. Kontrollmessungen, die zwei Jahre nach Abschluss der Maßnahme in der Schule vorgenommen wurden, ergaben, dass die durchgeführten Arbeiten nicht den erwarteten Erfolg gebracht hatten.

Die Messwerte hatten sich kaum verändert, waren immer noch gefährlich hoch. Hinzu kam, dass das Unternehmen, das die Schule im Auftrag der Stadt saniert hatte, in der Zwischenzeit in die Insolvenz gegangen war.

Für die Stadt Haan bedeuteten die schlechten Messwerte, dass sie das Gebäude erneut sanieren musste. Und damit sie nicht auf den Kosten sitzen bleibt, muss sie den Klageweg gegen das damals beauftragte Ingenieurbüro beschreiten und hofft auf finanzielle Entschädigung trotz der Insolvenz der einst beauftragten Firma. "Schadensersatzklagen sind sehr langwierig", sagt Technischer Dezernent Matthias Buckesfeld auf WZ-Nachfrage.

Allein das Beweissicherungsverfahren habe die vergangenen sechs Jahre gedauert. Nachdem im Sommer 2009 die zweite PCB-Sanierung erfolgreich abgeschlossen war, wurde Anfang Dezember die Klageschrift fertiggestellt und die Schadensersatzklage eingereicht. "Wir wollen das gesamte Kostenvolumen", formuliert Buckesfeld das Ziel der Klage und fügt hinzu: "Kalkulieren sollte man mit der Schadenssumme allerdings nicht."

1,6 Millionen Euro haben die Arbeiten in der Schule gekostet, einschließlich Ausweichcontainer für Schüler und Lehrer sowie die Planungskosten. "Wir haben pro Quadratmeter 730 Euro ausgegeben, dafür haben wir eine ganze Menge erreicht", sagt Ute Eden, Leiterin des städtischen Gebäudemanagements. "Die Schule ist fast wie neu." Bis auf den Rohbau wurde das Gebäude entkernt, Elektrik, Fenster sowie , die Fassade in Teilbereichen erneuert, Brandschutztüren wurden eingesetzt, ein neuer zweiter Rettungsweg angelegt.

"Wir haben es leider nicht geschafft, das Flachdach und Teile der Fassade zu sanieren", sagt Ute Eden. "Das müsste in einer neuen Maßnahme gemacht werden", fügt sie hinzu und versichert: Das Dach ist betagt, aber es würde noch funktionieren.

"Weil aber eben nicht alle Bereiche von den Baumaßnahmen betroffen waren, könne hier auch nicht von einer kompletten energetischen Sanierung der Schule gesprochen werden. "Wir erhoffen uns aber schon von der Erneuerung der Fenster und Teilen der Fassade erhebliche Einspareffekte bei den Energiekosten", sagt sie und hat bereits ausgerechnet, was die restlichen Arbeiten kosten würden: rund 100000 Euro.

In Sachen PCB will die Stadt jedes Frühjahr entsprechende Messungen vornehmen, auch wenn die PCB-Richtlinie dies nur alle zwei Jahre vorschreibe. "Wir müssen das schon aus Gewährleistungsgründen machen", sagt Buckesfeld.

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