Haan: Ökumenisches Familienzentrum kommt

Haan: Ökumenisches Familienzentrum kommt

Es soll im Sommer aus zwei Kindertagesstätten entstehen.

Haan. Es sind nur noch 226 Meter, die die Evangelische Kindertagesstätte am Park und die Katholische Kindertagesstätte St. Chrysanthus und Daria voneinander trennen. Aber beide Einrichtungen wollen noch enger zusammenrücken und spätestens im Sommer als ökumenisches Familienzentrum zertifiziert werden.

"Wir wollten schon immer etwas zusammen machen", sagt Andrea Lukaschweski, die den katholischen Kindergarten leitet. Dass sie und ihre Kollegin von der evangelischen Kita, Angelika König, jetzt dazu gedrängt wurden, ist beiden recht. "Wenn nur eine der beiden Kindertagesstätten Familienzentrum geworden wäre, wäre das für uns sehr traurig geworden", sagt Andrea Lukaschweski.

Zur Erinnerung: Sowohl die katholische als auch die evangelische Einrichtung wollten ursprünglich unabhängig voneinander ein Familienzentrum werden. Weil es aber erklärter Wille sowohl der Stadt als auch der Politik ist, dass es in jedem Stadtteil nur ein Familienzentrum geben soll, musste eine befriedigende Lösung für alle Beteiligten im Stadtzentrum her: ein ökumenisches Familienzentrum.

"Die Idee kommt bei allen gut an", sagen Andrea Lukaschewski und Angelika König übereinstimmend. Im Kollegium, in der Gemeinde und auch bei den Eltern mussten die Leiterinnen keine große Überzeugungsarbeit leisten. Bleibt die große Aufgabe, den Begriff "Ökumenisches Familienzentrum", kurz: ÖFZ, mit Leben zu füllen.

"Wir werden uns nach außen öffnen", gibt Angelika König das Ziel vor. Angebote, die die Kitas schon immer gemacht haben, können jetzt von allen im Stadtteil lebenden Menschen besucht werden. Und mit den Kooperationspartnern Diakonie, Caritas, Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM), der Heilpädagogischen Praxis, dem Zentrum für Kindertherapie und dem katholischen sowie dem evangelischen Bildungswerk wird das Spektrum deutlich erweitert.

Eine regelmäßige juristische Sprechstunde ist ebenso vorgesehen wie seelsorgerische Angebote. "Das wird bei uns einen großen Stellenwert haben", sagt König. Viele Eltern hätten gerade an diesem Bereich Interesse gezeigt. "Wenn wir uns künftig mit dem Thema Trauer und Tod auseinandersetzen, können alle Eltern daran teilnehmen, und wir können uns viel intensiver damit beschäftigen."

Über die Richtung ihrer Arbeit sind sich Angelika König und Andrea Lukaschweski einig. "Wir arbeiten gerne miteinander", sagen sie. Und wenn man die beiden Frauen im Gespräch miteinander erlebt, glaubt man das sofort.

"Wir ergänzen uns gut. Wir haben vielmehr Ideen, wenn wir zusammenarbeiten. Eine von uns alleine könnte das gar nicht leisten."

Und auch bei Grundsätzlichem stößt man bei den Leiterinnen nicht auf Widersprüche. "Die Kitas haben immer Priorität", versichern sie. "Die pädagogische Arbeit, die Konzepte bleiben. Und auch für die Kinder wird sich nichts ändern. Dass wir ökumenisches Familienzentrum werden ist das Tüpfelchen auf dem i."

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