Haan: Ökumene auf der Straße

Haan: Ökumene auf der Straße

Kirchen: Drei Gemeinden luden gestern nach dem Gottesdienst zum gemeinsamen Fest ein.

Haan. Das Läuten von St. Chrysanthus und Daria zeigt an, dass der Segen gesprochen wird. Schon kurz darauf öffnen sich die Flügeltüren und eine bunte, fröhliche Menge mit Regenjacken und Schirmen strömt in die Straße, wird vom würzigen Grillduft begrüßt. Gestern veranstalteten die katholische Pfarrgemeinde, die evangelische Kirchengemeinde und die freie evangelische Gemeinde zusammen ihr Pfarr-Gemeinde-Fest auf der Königstraße und im Park Ville d’Eu.

Vor jedem Stand sammeln sich Trauben von Gästen. Meterweise werden Bons an den zentralen Kassen verkauft. "Viel Spaß damit", ermutigt der Verkäufer einen Kunden. "Es ist immer wieder ein schönes Fest", freut sich die Haanerin Andrea Oldenburg. Sie findet es bemerkenswert, wie die Leute sich engagieren, Infostände besetzen und Kuchen backen. Das Backwerk wird in der Cafeteria der Seniorenwohnanlage "Haus am Park" verkauft. Die Preise fangen bei 50 Cent an - man darf mehr geben.

Entlang der Königstraße laden kirchliche und kirchennahe Organisationen zu leckeren Salaten, Gegrilltem und netten Gesprächen ein. Die Diakonie ist dabei und die Caritas, die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW): "Unsere Aktionsgruppe Haan gibt es seit 1973 unter dem Namen ’Wasser für Pokhara’ - das war unser erstes Projekt", berichtet DAHW-Teamsprecher Bernhard Paulsen-Hammerschmidt. "Das Interesse der Gruppen, etwas zum Fest beizutragen, ist dieses Jahr wesentlich größer als sonst", so Reinhard Groß vom Organisationskreis stolz. Diesmal seien 26Teams dabei.

Heute sammelt kein Stand für sich selbst. Der Erlös des Pfarr-Gemeinde-Festes geht an jährlich wechselnde, gemeinnützige Organisationen. "Wir haben die Ohren offen, was den Bedarf angeht", erklärt Groß, "unser Fokus liegt immer auf den Hilfen für Kinder."

Während der Regen auf die weißen Zeltdächer prasselt ist beim "CIV" CVJM Haan das Tauschfieber für Fußballer-Panini-Bildchen ausgebrochen. Klaus Herzog aus Gruiten ist der Älteste, der auf der Bierbank fleißig Doppelte der Weltmeisterschaftsstars sortiert: "Meine Frau und ich vertreten unseren Enkel, der heute in Holland ist und nicht dabei sein kann."

Auf der Bühne in der Mitte der Königstraße wird den ganzen Nachmittag Musik geboten. Der Gospelchor Gruiten tritt auf, der Haaner Swing Express und erstmals die Band "Forest Blue Five" aus Solingen. Das Fest schließt mit einer Abschlussandacht in der katholischen Kirche. "Wir wünschen uns einen gemeinsamen Gottesdienst", so Groß. Er sieht einen starken Bedarf nach ökumenischem Austausch an der Kirchenbasis, der Kölner Erzbischof verbiete aber gemeinsame Abendmahlfeiern.

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