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Haan: Neubau - Nur die Sporthalle bleibt stehen

Haan: Neubau - Nur die Sporthalle bleibt stehen

Nächste Woche beginnt der Baubetrieb an der Dieker Straße. Ende Mai soll die alte Schule abgerissen sein, der Rohbau noch vor dem Winter stehen.

Haan. Ob es während des Abrisses und Neubaus der Grundschule Mittelhaan zu Verkehrsbehinderungen für Autofahrer, Radler und Fußgänger kommen wird, können Katja Sann und Ute Eden jetzt noch nicht sagen.

"Wir haben noch keinen Baustelleneinrichtungsplan", sagen die beiden Frauen. Katja Sann ist Architektin und Projektleiterin für Haans aktuell größtes und teuerstes Vorhaben, Ute Eden, Leiterin des städtischen Gebäudemanagements. Sie begleiten und betreuen das Millionenprojekt, für das der Startschuss in der kommenden Woche fällt.

Am Donnerstag soll der Baubetrieb beginnen, die Baustelle eingerichtet, der Bauzaun sowie das Bauschild aufgestellt werden. "Wir wollen zügig mit den Abbrucharbeiten beginnen", sagt Ute Eden.

Davor werden wiederverwertbare Einzelteile wie Türschließer, Seifenspender oder Zaunelemente ausgebaut und eingelagert. Katja Sann hat bereits einen alten hölzernen Rechenschieber in Sicherheit gebracht und will auch eine bemalte Holztür, an der die Kinder sehr hängen, vor der Entsorgung bewahren. "Vielleicht können wir die als Kunstobjekt in der neuen Schule aufhängen", sagt sie.

Das einzige Gebäude auf dem Gelände der Grundschule, das nicht der Abrissbirne zum Opfer fallen wird, ist die Sporthalle. Das Gebäude wurde erst 1978 in Betrieb genommen und ist laut der Projektleiterin immer noch erhaltenswert. Die Halle soll auch während der Bauarbeiten genutzt werden können und erhält dann einen separaten Zugang über die Dieker Straße.

Unumgänglich ist laut Stadt das Fällen von zehn kleineren Bäumen auf dem Gelände, für die Ersatz gepflanzt wird. "Wir wollen so viele Bäume wie möglich erhalten", sagt Katja Sann. Dementsprechend bleiben die großen Linden an der Dieker Straße ebenso stehen wie der Zuckerahorn an der Zufahrt auf den Schulhof.

Die Stadt hat dem Bauunternehmer einen straffen Zeitplan vorgeben. Bereits Ende Mai soll das Schulgebäude aus den 1920er-Jahren Geschichte sein, vor dem ersten Frost eine geschlossene Gebäudehülle stehen, die zum Schuljahr 2011/2012 bezogen werden kann.

"Das ist sehr ehrgeizig", wissen Ute Eden und Katja Sann. Dabei ist bislang weder der Abriss der Schule genehmigt (der entsprechende Antrag liege aber bereits vor), noch die Baugenehmigung erteilt worden.

"Der Bauantrag ist fast fertig, wird von uns dann noch einmal geprüft und sollte in zwei bis drei Wochen so gereift sein, dass er bei der Bauaufsicht eingereicht werden kann", sagt Sann.

Sie und Ute Eden gehen davon, dass die Behörde dann Teilgenehmigungen erteilen wird, damit Anfang Juni die Gründungs- und Fundamentarbeiten begonnen werden können. "Das alte Haus besteht überwiegend aus massiven Ziegelwänden, die das Bauunternehmen zerkleinert als Bodenverbesserung für die Gründung verwenden will", sagt Eden.

"Das ist aus unserer Sicht eine sehr gute Sache, denn sonst müsste der Abbruch erst abgefahren, neues Material geliefert werden." Dass es trotzdem zu Lärmbelästigungen für die Anwohner kommen wird , kann die Gebäudemanagerin allerdings nicht ausschließen: "Abbruch ist immer laut."