Haan: Feuerwehr rettet Vater und Tochter

Haan: Feuerwehr rettet Vater und Tochter

Einsatz: Mittwochvormittag brannte es im Keller eines Mehrfamilienhauses in Haan-Ost, das zurzeit nicht mehr bewohnbar ist. Die Brandursache ist noch nicht bekannt.

Haan. Beißender schwarzer Rauch steigt aus den Kelleröffnungen des Mehrfamilienhauses Auf den Schollen in den blauen Sommerhimmel. Es stinkt verbrannt. "Gehen Sie nicht zu nah ran, das ist nicht gesund", warnen zwei Polizeibeamte Nachbarn, die neugierig aus ihren Häusern und Wohnungen kommen.

Feuerwehrleute stehen wartend vor dem Haus mit der Nummer 16. Sie schwitzen in ihren dicken Anzügen, können aber zurzeit nichts tun. Sie müssen warten, bis das RWE den Strom abgestellt hat, damit sie zu dem Brandherd vordringen können.

"Der Einsatz wurde uns um 9.48 Uhr gemeldet, um 9.49 Uhr war der erste Zug draußen und eine Minute später bereits am Einsatzort", sagt der stellvertretende Leiter der Haaner Feuerwehr, Mirko Braunheim.

"Den dunklen Rauch haben wir schon bei der Anfahrt gesehen", sagt er. Das Sieben-Parteien-Haus liegt mitten in einem Wohngebiet, sozusagen im Schatten der Hochhäuser der Sahle Wohnen GmbH, zu denen auch die Nummer 16 gehört.

Als die Einsatzkräfte eintreffen, machen sich ein Vater (45) und seine drei Jahre alte Tochter im ersten Stock des Gebäudes bemerkbar. "Sie konnten nicht mehr flüchten, das Treppenhaus war total verqualmt", sagt Braunheim. "Ein Trupp ist zu ihnen hoch, hat sie mit sogenannten Fluchthauben ausgestattet und sie dann durchs Treppenhaus nach draußen geführt."

Die Fluchthauben sind mit Atemfilter versehene Masken. Auf dem Weg ins Freie reißt sich das kleine Mädchen ihre Haube vom Kopf. Sie wird vor Ort von einem Notarzt untersucht, in weitere ärztliche Behandlung begeben sich laut Feuerwehr aber weder Vater noch Tochter.

Weil die Einsatzkräfte - insgesamt sind es bis zu 30 - nicht wissen, ob sich auch noch Menschen in den Erdgeschosswohnungen aufhalten, brechen sie die Türen auf. "Aber es war keiner mehr da", sagt Braunheim. Währenddessen versuchen die Feuerwehrleute zu dem Brandherd im Keller des Hauses vorzudringen. "Sie haben auch Flammen gesehen, konnten aber nicht mit Wasser löschen, weil an der Decke zwei dicke blanke Starkstromkabel verliefen, von denen Funken sprühten, als sie mit Wasser in Berührung kamen", sagt Braunheim. Also wird der Keller mit Schaum geflutet, um das Feuer auf diese Weise zu ersticken.

Mehr können die Einsatzkräfte zu diesem Zeitpunkt nicht tun, sie müssen auf den RWE-Mitarbeiter warten. Dann heißt es endlich: "Das Haus ist stromlos, ein Trupp geht rein." Unter Atemschutz betreten die Wehrleute den Keller auf der Suche nach dem Brandherd. Um 11 Uhr dann die Meldung: "Keine Rauchentwicklung mehr." Der Qualm, der immer noch im Treppenhaus hängt, wird mit Überdruck herausgeblasen. Die Brandursache kann zu diesem Zeitpunkt nicht ermittelt werden. Die Polizei kann dazu vielleicht am Donnerstag Auskunft geben.

Thorsten Seelig, Quartiersmanager der Sahle Wohnen GmbH, ist froh, dass keiner der Mieter verletzt ist. Der Hausmeister der Wohnanlage ist einer von mehreren Anrufern, die die Feuerwehr alarmieren, nachdem sie den Rauch gesehen haben. "Der Hausmeister hat auch versucht, in den Keller zu kommen, aber da war schon alles dicht." Seine nächste Sorge gilt den Mietern. "Im Erdgeschoss lebt ein Rollstuhlfahrer." Aber auch der sei nicht zu Hause gewesen. "Es ist gut, dass die meisten Bewohner hier miteinander verwandt sind", sagt Seelig. Da das Haus in nächster Zeit nicht bewohnbar ist, erleichtere das die Unterbringung der Betroffenen. "Ich habe mich aber für alle Fälle auch mit dem Sozialen Dienst der Stadt Haan in Verbindung gesetzt, um mit deren Hilfe die Menschen anderweitig unterbringen zu können", sagt Seelig und fügt hinzu: "Jetzt müssen aber erst einmal abwarten, was die Brandursache war."

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