Haan: Ein Zwist um Naturschutz, Stadtplanung und Fragen des Stils

Haan: Ein Zwist um Naturschutz, Stadtplanung und Fragen des Stils

Die Agnu überdenkt Austritt aus Flächenmanagement.

Haan. Wirbel um die Teilnahme der Agnu (Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt) an der um nachhaltige Stadtentwicklung bemühten Projektgruppe "Kommunales Flächenmanagement": Nachdem die Naturschützer vergangene Woche den Austritt aus dem Gremium angekündigt hatten, ist jetzt der Agnu-Vorsitzende Hans-Joachim Friebe zurückgerudert und will diesen Schritt noch einmal überdenken. Am Donnerstag werden sich die Naturschützer treffen, um eine endgültige Entscheidung zu fällen.

Auslöser für die Wendung war offenbar der Appell anderer Teilnehmer des Flächenmanagement-Arbeitskreises, die Agnu solle der Runde erhalten bleiben. So sagt Matthias Buckesfeld, als Technische Beigeordneter ein städtischer Vertreter der Projektgruppe: "Die Agnu ist herzlich eingeladen, weiter mitzuwirken."

Gleichwohl ist die Verstimmung über das Verhalten der Agnu groß. Der Grund: Friebe, Repräsentant der Agnu im Flächenmanagement, hatte den Arbeitskreis ohne jedwede vorherige Konsultation mit dem vermeintlichen Austritt überrumpelt. Lediglich über einen WZ-Bericht vom 21. November erfuhren die Vertreter von dem Vorstoß. "Das ist kein guter Stil", bemängelt Buckesfeld.

Im Flächenmanagement sitzen neben Vertretern der Stadt unter anderem Mitarbeiter der IHK, Akteure aus der Wohnungswirtschaft und ein Vertreter des Landschaftsverbands Rheinland. Das Gremium, das erst vor kurzem seine Arbeit aufgenommen hat, will ein EDV-gestütztes Nachhaltigkeits-Programm entwickeln. Das soll Aufschluss darüber geben, wie in Zukunft vermieden werden kann, dass Naturflächen in Haan durch Baumaßnahmen und Versiegelung verloren gehen.

Die Agnu ist der Meinung, dass der Arbeitskreis an diesem Vorhaben gar nicht ernsthaft interessiert ist - das Ganze sei vielmehr eine "Alibi-Veranstaltung". "Dort wird nur fürs Papier gearbeitet", sagt Friebe. Für Themen wie Artenschutz hätten die Teilnehmer nicht viel übrig. Zudem würden Vertreter mitmachen, die nicht aus Haan kommen und daher kaum über einen lokalen Bezug verfügen.

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