Haan: Arbeiten auf dem Trockenen

Haan: Arbeiten auf dem Trockenen

Sommerpause: Noch bis kommenden Montag bleibt das Hallenbad geschlossen. Neben der Grundreinigung stehen dringende Reparaturen an.

Haan. Seit anderthalb Wochen sitzen Haans Wasserratten auf dem Trockenen. Die Türen des Hallenbads sind verschlossen, die Becken sind entleert, und die Reinigungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Zwei Wochen haben die zwölf Mitarbeiter im Bad Zeit, die beliebte Freizeiteinrichtung auf Hochglanz zu bringen. "Wir brauchen die zwei Wochen, in denen die Grundreinigung ansteht, vor allem, um notwendige Reparaturen durchführen zu können", sagt Schwimmmeister und Betriebsleiter Arnd Berghaus. "Das schaffen wir im laufenden Betrieb nicht."

Angefangen bei einigen Dehnungsfugen, die erneuert werden müssen, bis hin zu undichten Rohren reichen die anstehenden Aufgaben. Und dafür ist es, im Gegensatz zu allen anderen Tagen im Jahr, außergewöhnlich trocken im Bad.

Zwei Tage lang hat es gedauert, bis die knapp 900 Kubikmeter Wasser aus den drei Becken abgeflossen waren. "Darüber müssen wir auch das Wasserwerk informieren, damit sich die Klärwerke darauf einstellen können und die Biostufen nicht kaputt gehen", sagt Berghaus.

Die Becken werden geschrubbt, die Fugen teilweise mit dem Hochdruckreiniger gesäubert und die Fenster geputzt. "Wir machen jeden Abend mit dem Schlauch sauber, die Unterhaltsreinigung findet einmal in der Woche statt, aber manches können wir nur einmal im Jahr reinigen", sagt der 40-Jährige. Dazu gehört zum Beispiel das Abrücken der Saunaöfen, die dafür extra abgeklemmt werden müssen. Und auch der Einsatz scharfer Reinigungsmittel steht nur dann an, wenn kein Besucher im Bad ist.

Gut 10000 Euro verschlingen die Arbeiten in den zwei Wochen, in denen auch eine defekte Pumpe ersetzt werden muss. "Wir stehen jetzt schon unter Druck, alles zu schaffen", sagt Berghaus. "Der Betrieb würde auch ohne die Pumpe laufen, aber besser wäre es, wenn sie in den kommenden Tagen noch eingebaut würde."

Die Kenntnisse über die Technik, die im Keller unter dem Hallenbad installiert ist und zum Beispiel auch zwei große Sandfilter umfasst, durch die alle drei Stunden das komplette Wasser der beiden Becken läuft, hat sich Berghaus bereits während seiner Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe in Wuppertal angeeignet. "Die Technik sollte man schon beherrschen", sagt er. Schließlich muss das Wasser, wenn es aus dem Keller wieder nach oben in die Becken fließt, Trinkwasserqualität haben. Dreimal am Tag überprüfen Berghaus uns seine Kollegen das Wasser unter anderem auf seinen ph- und seine Chlorwerte. "Damit unseren Besuchern keine Gesundheitsprobleme bekommen", sagt Berghaus.

Und weil es ein paar Tage dauert, bis die gesamte Anlage wieder auf den regulären Badebetrieb justiert ist, lässt Berghaus heute schon Wasser in die Becken - auch das braucht zwei Tage. Dann muss es noch von 16 Grad Celsius auf 28 Grad im Schwimmer und 30 Grad im Nichtschwimmerbecker erwärmt werden, um am nächsten Dienstag wieder für alle Wasserfreunde zu öffnen.

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