Mettmann Oberstufe soll begrenzt werden

Mettmann. · Der Schulausschuss fordert weniger Parallelklassen an den Gymnasien in Mettmann.

 Die Zügigkeit, also die Zahl der Parallel-Klassen an den Gymnasien in Mettmann, soll angepasst werden.

Die Zügigkeit, also die Zahl der Parallel-Klassen an den Gymnasien in Mettmann, soll angepasst werden.

Foto: dpa/Daniel Karmann

Wie groß die Gräben beim Thema Gesamtschule sind, das zeigte sich einmal mehr während der Sitzung des Schulausschusses am Donnerstagabend. Die Stadtverwaltung erläuterte unter dem Tagesordnungspunkt „Zeitschiene Gesamtschule“ ihr weiteres Vorgehen, das im Frühjahr 2020 in eine Elternbefragung münden soll. Außerdem galt es, einen Entschluss über die Zügigkeit des Heinrich-Heine-Gymnasiums zu fällen.

Das Wort „Zügigkeit“ meint die Zahl der Parallel-Klassen an einer Schule – zurzeit sind es am Heinrich-Heine-Gymnasium fünf, also viele. Eigentlich ist es als dreizügige Schule ausgelegt, betreut aber seit Jahren schon Kinder und Jugendliche in vier Parallel-Klassen. Unbestritten ein Ausweis der guten Arbeit von Schulleiter Hanno Grannemann, darin zeigten sich die Ausschuss-Mitglieder einig.

Doch die nun fünf gebildeten Eingangsklassen sind so nicht genehmigt: Stadt und Schulleitung seien von der Bezirksregierung aufgefordert worden, „die Zügigkeit anzupassen beziehungsweise aufgrund der geplanten veränderten Schullandschaft mit Bildung einer Gesamtschule entsprechend zu begrenzen“, hieß es jetzt von der Stadtverwaltung. Und weiter: „Ohne Begrenzung der Zügigkeit ist die gymnasiale Oberstufe der Gesamtschule nicht realistisch mit Schülern zu füllen.“ Daher sollten beide Gymnasien ab Februar 2020 nur noch Schüler in jeweils vier Parallelklassen aufnehmen. Das ließ die FDP-Fraktion, die die Einrichtung einer Gesamtschule in Mettmann ablehnt, aufhorchen: „Wir fragen uns, ob das Schuldezernat bewusst Schulpolitik zugunsten der Errichtung einer Gesamtschule und zu Lasten der beiden Mettmanner Gymnasien betreibt“, so Fraktionschef Klaus Müller.

Und auch Hanno Grannemann argumentierte sichtlich erregt gegen eine Begrenzung der Schülerzahl – schließlich habe er in diesem Jahr trotz der außergewöhnlich hohen Zahl an Aufnahmen 30 Schüler ablehnen müssen. Diese würden außerhalb der Stadtgrenzen abwandern, was weder von Stadt noch Politik erwünscht sei. „Für diese Gesamtschule den Elternwillen an anderer Stelle zu beschneiden, halte ich für fragwürdig“, sagte Grannemann mit Blick auf die Elternbefragung, die ein klares Bild darüber abgeben soll, ob die Erziehungsberechtigten in Mettmann eine Gesamtschule wünschen oder nicht. Auch in der großen Zahl der Anmeldungen am Heinrich-Heine-Gymnasium äußere sich ein Elternwille, betonte Grannemann. Die Befürworter der Gesamtschule wiederum verwiesen auf das aus ihrer Sicht fehlende Angebot, das 242 Mettmanner Kinder und Jugendliche zu einem Besuch der Gesamtschulen in Haan (24), Heiligenhaus (166), Wülfrath (42), Hilden und Ratingen (jeweils vier) sowie Velbert (zwei) zwingt. „Für sie haben wir keine Möglichkeit, in Mettmann eine Beschulung anzubieten, und das ist nicht gut“, betonte Andrea Rottmann (SPD). Gabriele Hruschka (CDU) verteidigte die Elternbefragung: „Wir möchten ein Votum haben, ob das Angebot in der Schullandschaft in Mettmann ausreichend ist.“ Erst dann werde eine Entscheidung über die Einrichtung der Gesamtschule gefällt. Die Folgen der Gesamtschul-Planung aber, so hielt Grannemann entgegen, bekommen die Gymnasien durch die Begrenzung der Zügigkeit schon jetzt zu spüren. Bei vier Enthaltungen wurde diese dennoch beschlossen.