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Fünf Covid-Patienten im Krankenhaus

Mettmann : EVK behandelt fünf Coronafälle

Am Dienstag wurde ein zweiter Corona-Todesfall im Kreis Mettmann bekannt, ein 81-jähriger Mann aus Velbert.

Traurige Nachrichten gab es am Dienstag aus Velbert. Wie der Kreis Mettmann mitteilte, starb dort ein 81-jähriger Mann nach längerer Intensivbehandlung in der Nacht auf Dienstag im Krankenhaus. Damit ist der zweite Todesfall im Kreis zu beklagen, am vergangenen Freitag starb ein 84-Jähriger in Haan.

Das Evangelische Krankenhaus Mettmann (EVK) betreut aktuell fünf Covid19-Patienten, also Menschen, die am Coronavirus erkrankt sind und für die eine Betreuung im häuslichen Umfeld nicht mehr ausreicht. Das berichtet der Ärztliche Direktor Clemens Stock. Hinzu kommt ein Verdachtsfall mit klinischen Symptomen. Er hat eine schwere Atemwegsinfektion und wird derzeit von allen anderen Covid19-Patienten getrennt versorgt. Denn häufig fallen Tests auf eine Infektion mit dem Coronavirus immer noch negativ aus, betont Stock, und da wäre es fatal, den Verdachtsfall mit tatsächlich Erkrankten zusammen zu bringen. Die fünf im EVK betreuten Erkrankten sind allesamt älter als 60 Jahre.

Stock betont, dass die Covid19-Patienten von allen anderen Patienten und Bereichen des Krankenhauses strikt getrennt versorgt werden. „Das sind zwei völlig getrennte Systeme.“ Bereits die Aufnahme dieser Patienten erfolge über andere Zugänge zur Klinik. „Sie werden in getrennten Infektionsbereichen aufgenommen und kommen von dort auf eine Isolationsstation, die von allen anderen räumlich getrennt ist.“

Es gebe keine Berührungspunkte mit anderen Stationen, weder im Sanitärbereich, noch bei Gemeinschaftsräumen. Das Personal betreue Covid19-Patienten ausschließlich in Schutzkleidung. Insgesamt hält das Evangelische Krankenhaus Mettmann derzeit 17 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten zur Behandlung von Covid19-Patienten bereit. Eine Urlaubssperre für das Personal gebe es derzeit noch nicht. Darüber hinaus betreut das Krankenhaus weiterhin auch alle „normalen“ Erkrankungsfälle. Das heißt, es gibt nach wie vor eine Notfallversorgung, und auch das Team des Kreißsaales ist im Einsatz. „Jeder Knochenbruch, jede akute Blinddarmentzündung, aber auch die Versorgung unserer onkologischen Patienten und kardiologischen Notfälle läuft routiniert und gewöhnter Qualität weiter“, versichert Stock. Er ist Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe. Nach wie vor sei es erlaubt, dass die gebärenden Mütter von den werdenden Vätern oder einer Bezugsperson begleitet werden – unter Einhaltung weniger, aber sehr wichtiger Regeln. „Jede lebensbedrohliche Veränderung des Gesundheitszustandes, jeder Unfall und akute Schmerzen werden behandelt“, betont Stock.

Verschiebung von Operationen führen zu finanziellen Einbußen

Anders sieht es aktuell lediglich mit planbaren Eingriffen und Untersuchungen aus, also Maßnahmen, die zeitlich betrachtet nicht dringlich sind und keine Gefahr für den Patienten darstellen. Das führt aktuell zu verhältnismäßig leeren Fluren und Stationen und massiven wirtschaftlichen Einbußen. „Wir halten uns natürlich an die Anweisungen der Bundesregierung und haben – wie vorgeschrieben – alle planbaren Operationen verschoben“, sagt Bernd Huckels, Geschäftsführer des Krankenhauses.

Derzeit werden viele Ressourcen für die voraussichtlich steigenden Zahlen an stationär behandlungspflichtigen infizierten Corona-Patienten frei gehalten. Das führe aktuell nicht nur zu leeren Betten, sondern auch Schließungen der Medizinischen Trainingstherapie, des Institutes für Gesundheitsförderung, der Elternschule und der Brasserie. Seit Dienstag ist zudem die Tiefgarage für Fremdparker geschlossen. Sie dient lediglich befugten Mitarbeitern als Parkhaus.

„Wir haben uns in der vergangenen Woche dazu entschlossen, das Krankenhaus für Besucher zu schließen. Eine Entscheidung, die uns nicht leicht gefallen ist, aber für die es keine andere Alternative gab – denn: die Vermeidung von Ansteckungen mit dem Virus ist das erklärte und wichtigste Ziel“, betont Huckels.

Was genau man noch zu erwarten habe, sei ungewiss, sagt Huckels. Seit Wochen tage im EVK der Krisenstab, um die aktuelle Lage zu erfassen, einzuordnen und darauf zu reagieren. Daher sei man vorbereitet: „Unsere Konzepte für die Krise sind geschrieben und im Bedarf anpassungsfähig. Wir hoffen, dass der Verlauf dieser Pandemie für unser Haus, aber auch das gesamte Gesundheitssystem handelbar bleibt. Das große und uneingeschränkte Engagement unserer knapp 700 Mitarbeiter steht dabei außer Frage und verdient höchste ­Anerkennung.“