Fotografische Streifzüge durchs Neandertal

Fotografische Streifzüge durchs Neandertal

Martina Chardin veröffentlicht im nächsten Jahr den ersten Bildband über das Neandertal. Ihren Kalender gibt es jetzt schon.

Mettmann. Fast ein Jahr lang ist Martina Chardin (59) kreuz und quer durchs Neandertal gestreift, um die Schönheiten der Natur zwischen Hochdahl und Gruiten festzuhalten. „Ich wusste vorher gar nicht, wie groß das Neandertal tatsächlich ist“, sagt sie. Die Fotografin und Künstlerin aus Mettmann will im Frühjahr des nächsten Jahres einen Bildband über das weltberühmte Tal herausbringen.

Es gibt viele Sachbücher über die Geschichte des Neandertals und seines bedeutenden Fundes von 1856. Aber einen Bildband über das Neandertal gibt es nicht. Die Idee dazu hatte sie, als sie im vergangenen Jahr mit ihrer Kamera in Irland unterwegs war. Martina Chardin: „In Mettmann bin ich in eine Buchhandlung gegangenen und habe gesagt, dass ich einen Bildband über das Neandertal haben möchte. Die Buchhändlerin hat mir gesagt, ja, den hätten wir auch gern.“ Sie schnappte sich ihre Kamera und machte sich auf den Weg ins Neandertal.

Einen ersten kleinen Einblick von den mehr als 100 Fotos, die auf den vielen Exkursionen entstanden sind, bietet die Fotografin in einem großen, limitierten Fotokalender, den es druckfrisch als Wegbegleiter für das Jahr 2012 zu kaufen gibt.

Mit ihren Kalenderbildern setzt Martina Chardin auf Emotionen, sagt sie. Sie hat stimmungsvolle Aufnahmen für den Kalender ausgewählt: gleißende Lichtstrahlen, die seitlich zwischen Baumstämmen auf den Boden fallen, Großaufnahmen von Baumstämmen, in die vor vielen Jahren Menschen Zeichen ritzten, die fließende Düssel oder ein reizendes Porträt eines Auerochsen.

Aus hunderten von Aufnahmen, die sie während ihrer stundenlangen Streifzüge durchs Neandertal machte, wählte sie nur einen ganz kleinen Teil für den Bildband aus. Ihr fehlen jetzt nur noch Winterbilder. Sobald der erste Schnee fällt, wird Martin Chardin alles stehen und liegen lassen, um das Bildmaterial für das letzte Kapitel ihres Buches zu bekommen.

Für ein Vorwort in dem großformatig geplanten Bildband hofft Martin Chardin, Professor Gerd-Christian Weniger, den Direktor des Neanderthal Musuems, zu gewinnen. Den Text zu den Fotos, wünscht sie sich, soll Richard Bödeker, der international ausgezeichnete Landschaftsarchitekt, der im alten Bahnhof Neanderthal lebt, schreiben. Kartenmaterial sowie Hinweise auf die Standorte, an denen die Fotos entstanden sind, sollen möglicherweise auch noch in dem Band aufgenommen werden. Martina Chardin: „Mit dem Buch möchte ich das ganze Neandertal zeigen.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung