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Fondium Mettmann fordert Unterstützung bei Umsetzung der Klimaziele

Klimaneutralität erklärtes Ziel : Fondium will mehr auf Nachhaltigkeit setzen

Mettmanns Eisengießerei will nachhaltiger werden. Das kostet. Betriebsrat und Geschäftsleitung fordern Unterstützung des Staates – um Jobs zu sichern.

(von) Am Standort produzieren knapp 1000 Beschäftigte Teile für die Automobilproduktion. Kupolöfen sind aktuell die energieeffizienteste Möglichkeit, die großen Eisenmengen zu schmelzen. Aber auch Fondium will mehr für die Klimabilanz tun. „Wir prüfen, unsere Produktion auf elektrische Öfen mit Wasserstoffbrennstoff umzustellen. Allerdings ist die Eisen-Recyclingquote im Vergleich zu den koksgeführten Kupolöfen deutlich ineffizienter, wodurch der Klimavorteil erheblich geschmälert wird“, erklärt Fondium-Geschäftsführer Thomas Rohde.

Geprüft wird, ob die bestehenden Kupolöfen – etwa durch die Nutzung von Biokoks oder durch das Herausfiltern von CO2 – zur Klimaneutralität umgebaut werden können. Allerdings ist das mit „extrem hohen Kosten verbunden, die ein mittelständisches Industrieunternehmen alleine nicht stemmen kann“, weshalb Geschäftsführung und Betriebsrat eine „aktive Unterstützung des Staates“ fordern. Sonst gingen Jobs verloren, dann würden „unsere Produkte aufgrund geringerer Umweltstandards mit längeren klimaschädlichen Transportwegen im Ausland produziert. Das kann keiner wollen“, erklärt der Betriebsratsvorsitzende Halit Efetürk.

Auch E-Mobiltät bringt
neue Aufgaben mit sich

„Neben diesen unmittelbaren klimapolitischen Herausforderungen wird uns auch die Elektromobilität zusammen mit der Digitalisierung der Automobilindustrie vor Transformationsaufgaben stellen“, benannte der Betriebsratsvorsitzende weitere Themenfelder. Um die Aufgaben stemmen zu können, wurde jetzt von Geschäftsführung, Belegschaft und Betriebsrat das Gespräch mit Jörg Hofmann, 1. Vorsitzende der IG Metall, gesucht. „Die sozial-ökologische Transformation unserer Industrieunternehmen, ein fairer Wandel, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, beschrieb er die branchenspezifischen Herausforderungen. Dazu sei eine aktive Industriepolitik, die die Unternehmen und ihre Beschäftigten wirklich in den Veränderungsprozessen unterstützt, nötig. Mit dieser Transformation in der Automobilindustrie „kommen Aufgaben auf Fondium und auf die Region zu“, weshalb bereits der so genannte Zukunftsfonds Automobilindustrie aufgelegt wurde.

Hakan Civelek, Geschäftsführer der IG Metall Velbert, betonte wie wichtig jetzt die gemeinsame Arbeit ist. „Wenn Arbeitgeber, Betriebsrat und Gewerkschaft auf Augenhöhe eng zusammenarbeiten, bin ich optimistisch, dass der Transformationsprozess gestaltet und die Beschäftigung bei Fondium in Mettmann nachhaltig gesichert werden kann.“

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