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Erste Vorschläge zum Erhalt des Hallenbades Mettmann

Freizeit in Mettmann : Rettung des Hallenbads kostet 11 Millionen Euro

Elf Millionen kostet die Komplettsanierung des Hallenbads. Baudezernat will jetzt kleine Zwischenlösung errechnen.

Die Kacheln fallen zwar nicht von der Wand. Dafür aber ist beispielsweise die Fassade marode, das Dach undicht und die Dämmung durchnässt. Bekanntermaßen ist das Hallenbad am Lavalplatz – euphemistisch gesprochen – in die Jahre gekommen. So massiv, dass Andreas Bernhardt, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, nach seiner akribisch aufgeführten Mängelliste ausrechnete: Der Sanierungsaufwand ist enorm und wird sich auf elf Millionen Euro summieren.

Diese umfangreiche, 70-seitige Dokumentation wurde nun im Ausschuss für strategische Stadtplanung, Stadtentwicklung und Bauen teilweise per Powerpoint-Präsentation den Lokalpolitikern vorgelegt. Das Foyer muss attraktiviert werden, führte Andreas Bernhardt aus, der Eltern-Kind-Bereich ist derzeit wenig genutzt, das Bistro eine tote Ecke – und damit hatte er die „wirklich problematischen Details“ noch nicht aufgezählt.

Die gesamte Technik des Bades ist völlig veraltet, für wichtige Steuerungseinheiten gibt es keine Ersatzteile mehr. Die Schwimmbecken sind undicht, die Wasseraufbereitung muss erneuert und der Brandschutz auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Betriebssicherheit des Hallenbades aufrecht zu erhalten“, führte der Gebäudemanager aus. „Für meine Begriffe muss man in die Tiefe gehen. Es ist sehr viel zu tun.“

Angesichts der klammen Haushaltskasse scheinen mehr als zehn Millionen Euro Investitionssumme illusorisch. Die Frage, welche Fördermittel genutzt werden können, wurde von der FDP formuliert – und auch, ob es sinnvoll ist, so viel Geld in ein 50 Jahre altes Bad zu investieren. Die Fraktion Die Linke regte an, stattdessen ein neues Hallenbad an das Naturfreibad anzubauen. Auch die Fraktion von „Zur Sache Mettmann“ bat, „Standortalternativen“ zu prüfen.

„Ernst“ steht es um den Weiterbetrieb des Hallenbads, sagte Baudezernent Kurt Werner Geschorec. „Nur wenn jetzt investiert wird, kann es langfristig erhalten bleiben.“ Die Standort-Alternative am Naturfreibad sieht er nicht.

Fraktionsübergreifend herrschte in dem Punkt Einigkeit, dass neben dem Naturfreibad ein Hallenbad für Familien sowie den Vereins- und Schulsport notwendig ist. „Wenn Sie elf Millionen Euro investieren, haben Sie fast ein neues Bad für die nächsten 30, 40 Jahre“, sagt Andreas Bernhardt. Das Betonskelett bleibt dafür erhalten und alle anderen Bereiche werden energetisch saniert.

Bevor weiter über Kernsanierung oder Neubau debattiert wird, wird die Verwaltung zu den Haushaltsplanberatungen Anfang 2022 eine Prioritätenliste mit den Maßnahmen aufstellen, die für die Betriebssicherheit der nächsten Jahre notwendig sind. Dann muss die Politik entscheiden, was aus dem Hallenbad wird.