Erpresser drohen mit peinlichen Fotos

Erpresser drohen mit peinlichen Fotos

Die Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche und rät Betroffenen, Anzeige zu erstatten.

Kreis Mettmann. Angefangen hat es vor etwa drei Wochen: Da haben Betrüger auch im Kreis Mettmann erstmals versucht, mit einer neuen Computer-Masche Geld von ihren Opfern zu erpressen, wie Polizeisprecher Ulrich Löhe bestätigt. Dabei geht es vor allem um den Besuch von Pornografieseiten im Internet, den die Täter dokumentiert haben wollen. Welche Webseiten Menschen aufrufen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, kann schließlich durchaus eine intime Angelegenheit sein. Wer beispielsweise Erotikportale anklickt, wird dies in aller Regel für sich behalten wollen.

Umso schockierender ist es dann, wenn plötzlich ein Brief im Kasten steckt, dessen Absender behauptet, er habe einen genau in solch einem intimen Moment beobacht und das Ganze auch noch gefilmt. Ein Schreck, den in den vergangenen Wochen auch mehrere Computernutzer im Kreisgebiet erlebt haben.

Die Erpressung läuft den Polizeiangaben zufolge immer nach dem gleichen Muster ab: Es handelt sich um einen sogenannten Trojaner, der den Computer angeblich infiziert hat. In E-Mails und Briefen behaupten die Erpresser jedenfalls, sie hätten Zugriff auf den PC (speziell die Kamera) genommen und Videoaufnahmen angefertigt.

Diese Bilder sollen zeigen, wie sich die Opfer beim Besuch von Pornoseiten befriedigen. Dann fordern die Täter, 500 Euro an eine Bitcoin-Adresse zu überweisen — ein speziell für das Internet entwickelter Zahlungsweg. Wer darauf nicht eingehe, so drohen die Betrüger weiter, müsse sich darauf einstellen, dass das Bildmaterial an alle gespeicherten Kontakte, etwa E-Mail oder Social Media, des Computernutzers gesendet werde. Die Kreispolizei warnt ausdrücklich davor, auf die Geldforderungen einzugehen. „Erstatten Sie lieber umgehend Anzeige, wenn Ihnen so etwas passiert“, bittet Löhe. Denn dass tatsächlich jemand auf diese Weise beobachtet worden sei, stufe man als „extrem unwahrscheinlich“ ein.

Die Auswahl der Adressaten scheint nach bisherigem Ermittlungsstand willkürlich zu sein. Schon die Polizei Bochum, in deren Zuständigkeitsbereich die ersten dieser neuen Betrugsfälle verzeichnet wurden, hatte die Echtheit der Drohung angezweifelt — offenbar mit Recht. Denn der beste Beweis dafür: Eines der Opfer, bei dem das Erpresser-Schreiben im Briefkasten landete, ist laut Polizeiangaben „schon seit längerer Zeit verstorben“.