Erneut Debatte um die Flintrop-Straße

Mettmann : Die Flintrop-Straße bleibt ein Dauerthema

Mettmanner Rat diskutiert über Öffnung der Flintrop-Straße und die Radstraßen-Pläne.

Die Verkehrsberuhigung der Mettmanner Innenstadt erregt die Gemüter, kein Wunder, dass die sogenannte Netztrennung bei vielen Bürgern ein Dauerthema ist.

So fordert zum Beispiel Ekkehard Wagner, dass die Stadtverwaltung den von der SPD angeregten Beschluss, die Johannes-Flintrop-Straße probeweise als einen „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ zu öffnen, endlich in die Tat umgesetzt wird. Dafür hatte sich der Planungsausschuss gegen die Bedenken der Stadtverwaltung mehrheitlich bereits am 11. September ausgesprochen. Ekkehard Wagner wundert sich nun: „Dafür sollten Schilder bestellt werden, doch warum dauert das so lange, das sind doch Standard-Schilder?“, fragte er.

Tatsächlich berichtet die Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite, dass die Verwaltung zunächst noch die Beschilderung ändern muss. Einige Verkehrszeichen („Durchfahrt verboten“, „Sackgasse“) müssen abgenommen, neue Schilder für einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich – einen solchen gibt es in Mettmann noch nicht – müssten bestellt und angebracht werden. Auf die Frage: „Wann öffnen Sie die Johannes-Flintrop-Straße als geschäftsberuhigten Bereich?“, antwortet Dezernatsleiter Kurt Werner Geschorec und verweist auf die noch ausstehende letzte Ratssitzung in diesem Jahr: „Die politischen Beratungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen. Im Stadtrat steht das Thema am 10. Dezember auf der
Tagesordnung.“

Dort gibt es einen Punkt „Verkehrliche Anordnungen Johannes-Flintrop-Straße“, der sich indes um eine weitere Anregung aus der Politik dreht, nämlich die Einrichtung einer Fahrradstraße. Sie soll sich auf der Johannes-Flintrop-Straße vom Kreisverkehr bis zur Schwarzbachstraße erstrecken. Auf Fahrradstraßen wird der Autoverkehr etwa mit baulichen Einrichtungen (Pflasterung) dazu gezwungen, nur mit mäßiger Geschwindigkeit zu fahren.

Die Stadtverwaltung formuliert zugleich Bedenken. „In der Regel sollte das Einrichten von Fahrradstraßen nur auf Grund einer zusammenhängenden Planung für ein Radverkehrsnetz erfolgen“, heißt es in der vom Baudezernat formulierten Vorlage. Ein Radverkehrskonzept ist bei der Stadt Mettmann in Arbeit. Da dieses jedoch mit dem ebenfalls zurzeit entstehenden Radverkehrskonzept des Kreises in Einklang gebracht werden soll, lässt es jedoch noch auf sich warten.

Weiter heißt es in der Vorlage: „Die Verwaltung weist darauf hin, dass jegliche Lockerung der Zulässigkeit anderer Verkehre auf einer Fahrradstraße die gewünschte Regelung aufweicht, möglicherweise Gefährdungen herbeiführt und nicht im straßenverkehrsrechtlichen Sinne einer Fahrradstraße ist.“ Oder anders ausgedrückt: Eine Öffnung der Flintrop-Straße für den Autoverkehr würde eine Fahrradstraße aus Sicht der Verwaltung unsinnig machen. Diese Bedenken lassen darauf schließen, dass die Öffnung der Flintrop-Straße nicht ohne weitere Debatte im Rat, diesmal über den Radweg, vonstatten gehen wird.