Erkrath: Reinigung - Bürgerin schlägt Laubalarm

Erkrath: Reinigung - Bürgerin schlägt Laubalarm

Wer ist eigentlich für die Reinigung von Gehwegen und Fahrbahnen zuständig? Eine Frage – und gleich mehrere Antworten.

Erkrath. Mit ihrem Alter hat es nichts zu tun, dass Edith Wpyrsczyk auf dem Gehweg der Kreuzstraße, im Bereich des Friedhofs, mangelnde Haftung ihrer Schuhsohlen verspürt.

Dort haben auch Menschen, die deutlich jünger als 81 Jahre sind, mit Stabilitätsproblemen zu kämpfen. Die Ursache hängt mit der Jahreszeit zusammen: Eine dicke Laubschicht bedeckt den Asphalt. In Verbindung mit Regen wird daraus eine rutschige Matschschicht.

"Es ist katastrophal. So geht das nicht mehr weiter", sagt Edith Wpyrsczyk. An Allerheiligen sei es ihr kaum möglich gewesen, den Gang zum Friedhof sturzfrei zurückzulegen. Sie habe damit gerechnet, dass die Kreisverwaltung - sie ist für diese Straße zuständig - wenigstens vor dem Feiertag die Kehrmaschine vorfahren lässt. "Aber nichts ist passiert."

Damit steht Aussage gegen Aussage. "Wir haben vor Allerheiligen alles gereinigt", sagt Daniela Hitzemann, Sprecherin der Kreisverwaltung. Tatsache ist, dass zumindest am Montag von einer Operation "Gehwegreinigung" keine Spuren zu sehen waren. Ein dicker Laubteppich bedeckte da den Weg.

Dass sich die Aussage des Kreises und die optische Wahrnehmung nicht zwangsläufig widersprechen, stellt Annegret Schiffers klar. Die stellvertretende Amtsleiterin ist bei der Stadtverwaltung Erkrath fürs Thema Laub zuständig. "Es genügt manchmal ein Windstoß, und es sieht aus wie vorher", sagt sie.

Die Spontaneität des Windes enthebt allerdings Behörden nicht von ihrer Verkehrssicherungspflicht. Diese Tatsache ist auch der Sprecherin der Kreisverwaltung bekannt. "Laubfall ist allerdings etwas anderes als Eis und Schnee", sagt sie. Die Begleiter des Winters seien leichter zu beherrschen als die "Abwürfe" der Bäume. "Daher müssen Fußgänger bei Laub besonders aufpassen."

Während der Kreis seine Straßen und Gehwege auf Erkrather Stadtgebiet vier- bis fünfmal jährlich reinigt, lässt die Stadt auf rund 40 der 60 städtischen Straßen im Oktober und November wöchentlich die Kehrmaschine fahren. "Im vorigen Jahr haben wir erstmals den Reinigungsrhythmus verkürzt", sagt Schiffers.

Seitdem werden Straßen wie Fuhlrott-, Friedrich-, Peter-Rosegger- oder Feldheider Straße alle sieben Tage gereinigt. "Das sind die Straßen, an denen besonders viele Bäume stehen. Seit wir das machen, haben wir kaum noch Beschwerden."

Das alles gilt allerdings ausschließlich für die Fahrbahnen dieser Straßen. Für die Gehwege sind die Anwohner zuständig. "Bei Mehrfamilienhäusern müssen sich die Mieter oder ein Hausmeister um die Beseitigung des Laubs kümmern", sagt Gerritje Dornau, die Leiterin der Kämmerei.

Und wohin mit den Blättern? Dornau weiß Rat: "In den beiden Bürgerbüros sind Papiersäcke fürs Laub erhältlich, die mit dem Abfall der Biotonnen abgeholt werden." Zusätzliche Kosten entstehen für diesen Service nicht. Die Kosten für die Papiersäcke hat die Stadt in die Abfallgebühren eingerechnet.

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