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Erkrath: Jagd-Szenen aus Kinderhand

Erkrath: Jagd-Szenen aus Kinderhand

Grundschulen beteiligen sich an einem Projekt des Gymnasiums Alt-Erkrath zur Höhlenmalerei.

Erkrath. Verdunkelte Fenster, Leuchtstäbchen und auf dem Boden, ausgerolltes Packpapier und Malkreide. "Im Dunkeln ist gut munkeln - malerische Jagdvorbereitung der Neandertaler" war das Motto des Projektes, zu dem das Gymnasium am Neandertal die Viertklässler der Erkrather Grundschulen eingeladen hatte.

"Wir wussten nicht so recht, was uns erwartet", verrät Klassenlehrerin Maria Ostermann. Sie war mit den Jungen und Mädchen der vierten Klasse der Bavierschule gekommen, um sich überraschen zu lassen. Und die Überraschung war gelungen. "Das ist spannend. Wir werden in Gruppen aufgeteilt und machen irgendwas mit Kunst", vermutete Charline (10). So ganz falsch lag sie damit nicht.

Bevor die Viertklässler in den verdunkelten Kunsträumen des Gymnasiums empfangen wurden, hatten sie schon in der Stadthalle Michaele Gincel-Reinhardt zugehört. Die Bibliotheksleiterin plauderte dort aus dem Nähkästchen der Neandertaler.

Dabei ging es vor allem um Höhlenmalereien. Und darum, dass sich unsere Vorfahren in Trance tanzten, um die Angst vor der gefährlichen Jagd zu verlieren und sich Mut zu machen.

Gemalt wurde damals mit Stöcken, die mit Tierhaaren umwickelt waren. Die Höhlen wurden mit getrocknetem Moos ausgeleuchtet, das in hohle Steine gestopft und angezündet wurde. "Die haben dann meistens Bisons gejagt und gemalt", glaubt Marc (9).

Als die Aufgabe gestellt wurde, sich selbst in Höhlenstimmung zu bringen und auf Papierrollen an der Malerei zu versuchen, verließ den Grundschüler der Mut: "Ich male lieber meine Hand, das geht einfacher", gestand er.

Für Kunstlehrer Herbert Griesmann ging es auch darum, einige seiner zukünftigen Schüler schon mal kennen zu lernen. Denn im kommenden Schuljahr wird es für die Viertklässler auf den weiterführenden Schulen, und für manche eben auch im Gymnasium am Neandertal weitergehen. Dann werden sie vermutlich nicht mehr auf Tische und Bänke steigen können, um Wände zu bemalen.