Erkrath: Ein Herz für Brummi-Fahrer

Erkrath: Ein Herz für Brummi-Fahrer

Auch wenn es Anwohner nervt: Lastwagen dürfen auf dem Gerberplatz parken und morgens ihre Motoren laufen lassen.

Erkrath. Niemand mag sie so recht: Autofahrer nervt ihr Drang, sich trotz minimaler Tempounterschiede schleichende Überholmanöver auf Autobahnen zu liefern. Anwohner fühlen sich von ihnen gestört, wenn sie aus Gründen der Mautkosten-Minimierung Wohngebiete durchfahren. Und sogar in stehendem Zustand machen sich Lastwagen und ihre Fahrer unbeliebt.

Wie bei einem Anwohner der Gerberstraße, der schwere Sattelzüge beobachtet haben will, die den Gerberplatz als Rastplatz entdeckt hatten. "Es kommt zu nächtlichen Ruhestörungen, da die Lkw oft mitten in der Nacht ankommen, herumrangieren, und bei Kühllastern die Kühlaggregate laufen lassen. Morgens werden die Motoren gestartet und sie laufen bis zur Abfahrt manchmal minutenlang", sagt er.

"Das dürfen sie auch", entgegnen unisono die Leiterin des Ordnungsamts, Sylke Sackermann, und der Chef der Polizei Erkrath, Werner Heidrich, der anfügt: "Morgens müssen die Fahrer die Druckluft auffüllen, weil sonst die Bremsen blockiert sind." So viel zur technischen Seite.

Fachfrau für die juristische Komponente ist Sackermann. Aber dieses Wissen hilft dem Bürger nicht - denn: "Fahrzeuge über 7,5 Tonnen dürfen zwischen 22 und 6 Uhr nicht in Erholungs- und Kurgebieten sowie in allgemeinen Wohngebieten abgestellt werden." Die Gerberstraße ist jedoch Mischgebiet, da dort auch Gewerbe angesiedelt ist. Die Einschränkungen fürs Parken gelten dort folglich nicht.

Während im Ordnungsamt Beschwerden aus Alt-Erkrath über parkende Lastwagen neu sind, "haben wir sie aus anderer Bereichen häufiger", so Sackermann. In Hochdahl parkten Lastwagen in der Vergangenheit häufig eine Fahrspur der Sedentaler Straße zu.

Mit dem Aufstellen von Halteverbotsschildern im Bereich der Bushaltestelle wurde das geregelt. "Zuletzt gab es Bürger, die sich über Lastwagen an der Beckhauser Straße geärgert haben", sagt Heidrich. Auch dort sei Abhilfe geschaffen worden.

Grundsätzlich hat Sackermann Verständnis für die Brummi-Fahrer. "Sie müssen ihre Fahrzeuge ja irgendwo abstellen." Wenn das nicht gegen die Straßenverkehrsordnung verstoße, gebe es auch nichts auszusetzen.

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