Erkrath: Ehlerts Sieg und Niederlage

Erkrath: Ehlerts Sieg und Niederlage

Jetzt ist es offiziell, dass die Bündnisgrünen den SPD-Bürgermeisterkandidaten unterstützen. Die BmU erteilt Ehlerts Werben um ihre Gunst jedoch eine deutliche Abfuhr.

Erkrath. Das Angebot war auch für die Basis der Bündnisgrünen zu verlockend, um es ablehnen zu können: Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder am Samstag auf einer Versammlung im Kaiserhof dem von der Parteisspitze mit der SPD ausgehandelten Geschäft zu, keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen, dafür aber von der SPD die Zusage zu erhalten, auf die Bebauung der Neanderhöhe und von Klein-Bruchhausen zu verzichten.

"Wir werden die Kandidatur von Detlef Ehlert unterstützen", so Peter Knitsch, Vorsitzender der Erkrather Grünen. Möglich geworden sei der Verzicht auf einen eigenen Kandidaten, weil sich die Parteien inhaltlich auf einen "Nein" zur Gewerbebebauung verständigen konnten, heißt es in gemeinsamen Presserklärung von SPD und Grünen.

Und mehr noch: Die SPD hat sich sogar bereit erklärt, zu prüfen, ob die nördlich der Hochdahler Straße angesiedelten Betriebe wie Schönmackers und Bleickart in andere Gewerbegebiete umgesiedelt werden können.

Das ist der Preis, den Detlef Ehlert zu zahlen bereit ist, um seine Chancen, Arno Werner (CDU) als Bürgermeister abzulösen, zu vergrößern. Hätten die Grünen ihren Fraktionsvorsitzenden Reinhard Knitsch - wie zunächst beabsichtigt - als Bürgermeisterkandidaten aufgestellt, hätte der zwar keine Chancen aufs Rathaus gehabt, für Ehlert wichtige Wählerstimmen jedoch auf sich umgeleitet.

Daher ist ein kurzer Satz in der Presseerklärung der neuen Partner von größter Bedeutung: "Eine Einladung zur Veränderung der Situation in Erkrath wurde durch Detlef Ehlert auch an die BmU ausgesprochen." Was so unverfänglich klingt, ist nichts anderes als Ehlerts Bemühen, auch die BmU dazu zu bringen, keinen eigenen Kandidaten zu nominieren, sondern ebenfalls eine Empfehlung für ihn auszusprechen.

Dieser Versuch ist jedoch gescheitert. Im Gespräch mit der WZ stellte BmU-Chef Bernhard Osterwind gestern klar, dass Ehlerts Buhlen um die Gunst der BmU erfolglos war: "Wir verstehen uns nicht als Teil des linken Lagers", sagte Osterwind.

Daher bleibe der Tagesordnungspunkt "Wahl eines Bürgermeisterkandidaten" auf der Mitgliederversammlung am 8. Dezember stehen. Gleichwohl, so Osterwind, "sehe ich es mit größtem Vergnügen, dass sich Ehlert unseren Positionen anschließt". Gemeint ist die Verhinderung eines Gewerbegebiets auf der Neanderhöhe. Außerdem sei es absurd, sich mit einer so schwächelnden Partei wie der SPD einzulassen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung