Ein Grab auf der grünen Wiese in Erkrath

Ein Grab auf der grünen Wiese in Erkrath

Seit Anfang des Monats können Verstorbene in Rasenreihengräbern bestattet werden.

Erkrath. "Die Nachfrage ist definitiv da. Immer mehr Leute rufen an oder kommen ins Geschäft", sagt Friedhofsgärtner Tim Schloßherr, wenn er auf die Einführung der Rasenreihengräber auf dem Friedhof an der Kreuzstraße angesprochen wird. "Das geht aber schon länger so, denn alternative Bestattungsmöglichkeiten gewinnen zunehmend an Bedeutung."

Ein Trend, auf den die Stadt jetzt reagiert hat - zumal auch bei der Friedhofsverwaltung im Rathaus immer mal wieder das Telefon schellte. Seit Anfang dieses Monats werden auf allen drei kommunalen Friedhöfen Bestattungen in so genannten Rasenreihengräbern angeboten.

Zwar entfällt auch dabei die Grabpflege, jedoch weist im Gegensatz zur anonymen Bestattung wenigstens eine Grabplatte mit eingraviertem Namen sowie Geburts- und Sterbejahr auf den Toten hin.

"Es ist leider so: Viele Menschen können sich heute die Grabpflege nicht mehr leisten. Anderen fehlt die Zeit. Wieder andere, vor allem ältere Leute, wollen ihren Kindern nach ihrem Tod nicht zur Last fallen", erklärt Heiko Tomaszewski von der Friedhofsverwaltung.

"Auf diese Weise haben sie mit alledem nichts zu tun, wissen aber dennoch, wo genau ihre Angehörigen beerdigt sind - und dass die gesamte Anlage von den Gärtnern gepflegt wird."

Während die Rasengräber an der Kreuzstraße und am Neanderweg in den Friedhof integriert sind, weil frühere, abgelaufene Grabfelder wieder genutzt werden, wurde auf dem Parkfriedhof in Millrath eine zusätzliche Freifläche hergerichtet.

An der Kreuzstraße hat es die ersten Bestattungen im Rasenreihengrab bereits gegeben: eine "normale" mit Sarg und eine mit Urne - denn beides ist möglich. Nicht möglich ist es dagegen, über den Rasen zum Grab zu kommen.

"Das Betreten ist nicht gestattet, genauso das Ablegen von Blumen, Kränzen oder Kerzen oder das Aufstellen von Kreuzen", zeigt Heiko Tomaszewski auf, dass es klare Regeln gibt. "Diese Art der Bestattung zwar nicht ganz, aber eben doch teilweise anonym." A

uf allen Friedhöfen wurden daher direkt neben oder vor den Grabfeldern Gedenkplätze eingerichtet. Dort können Blumen abgelegt oder Kerzen aufgestellt werden. Zudem gibt es Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen - mit Blick auf das überschaubare Feld.

Bevor die Stadt sich entschied, die Rasenreihengräber anzubieten, hat sie sich informiert. So gibt es diese Bestattungsform in Haan schon seit längerem. "Bei uns stellte sich die Frage, ob wir Kolumbarien zur Bestattung von Urnen oder Rasenreihengräber aufnehmen", so Tomaszewski. "Die gezielten Nachfragen der Leute führten schließlich zu den Rasengräbern."