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Diese Feste sind vom Großveranstaltungsverbot betroffen

Mettmann : Diese Feste sind jetzt in Gefahr

Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern sind bis 31. August verboten.

Als städtische Veranstaltungen sind davon in Mettmann unter anderem die Kunstmeile (5. Juli), das Open-Air-Kino (7. August) und das Heimatfest (28. bis 30. August) betroffen. Am Dienstag wird dazu der Verwaltungsvorstand beraten. Es drohen Absagen. Eine Verschiebung hält Kulturamtsleiterin Marion Buschmann für „ausgesprochen schwierig“: „Alle Sommerwochenenden sind schon verplant“, berichtet sie. Und es sei nicht abzusehen, ob das Großveranstaltungsverbot womöglich über Ende August hinaus verlängert werde. Buschmann fragt sich auch, was aus den Abschlussfeiern von Realschule und Gymnasien wird.

Auch die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft in Mettmann wird sich beraten. Sie hält am Montag eine Vorstandssitzung per Videokonferenz ab, berichtet Geschäftsführer Andreas Themann. Denn betroffen ist auch die Johanniskirmes, die vom 26. bis 30. Juni gelaufen wäre. Sie lockt täglich bis zu 4000 Besucher an. Das Schützenfest zählt regelmäßig nur 400 Gäste, könnte rein theoretisch also stattfinden. Doch die Kirmes finanziert das Schützenfest, „ohne sie könnten wir das Fest nicht feiern“, erläutert Themann. Für eine Verschiebung gebe es „Alternativen im Herbst“, doch darüber werde noch beraten.

Ausfallen wird der Mettmanner Weinsommer, der am ersten Juli-Wochenende hätte laufen sollen, sagt Organisator Jens-Christian Holtgreve von Mettmann-Impulse, wobei der Vorstand noch beraten wird. Der finanzielle Verlust halte sich in Grenzen, „denn wir gehen da immer plusminus null raus“, erläutert Holtgreve. Doch für die Winzer sei das gewiss ein großer Verlust.

Der Blotschenmarkt, Mettmanns stimmungsvoller Weihnachtsmarkt, ist von der aktuellen Regelung nicht betroffen, doch der Verein Mettmann-Impulse will vorausschauend handeln und den Standbetreibern vorab die Möglichkeit zu einer verbindlichen Reservierung geben. Verträge werden indes nicht unterschrieben. Nicht in das Veranstaltungsverbot fällt eigentlich die Oldtimer-Rallye „Histo Neandertal“, die am 19. September laufen soll. Doch der Mettmanner Automobil-Club überlegt, sie auf den 3. Oktober zu verschieben – oder abzusagen. Denn schon im vergangenen Jahr kamen „zu wenig Teilnehmer“, erzählt Axel Speck.

Zum ersten Mal seit 1946 kein Schützenfest der Erkrather Sebastianer – darüber werde zwar derzeit noch telefonisch beraten, aber unwahrscheinlich sei ein Ausfall des Festes in diesem Jahr nicht, sagt Sprecher Peter Adelskamp. Gefeiert werden sollte auf dem Gerberplatz vom 10. bis 14. Juni. Eine Verschiebung sei nicht ausgeschlossen, aber: „Zwei Meter Sicherheitsabstand halten im Bierzelt, da kommt nun wirklich keine Stimmung auf. Das können wir weder unseren Mitgliedern noch den Gästen und den Bands zumuten.“ arue/hup