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Die Stadt Mettmann will auf Mangel an Kita-Plätzen reagieren

Mettmann : Neue Mettmanner Kindertagesstätte soll 2021 eröffnen

Die Stadt hat auf den Mangel an Betreuungsplätzen reagiert und im Jugendhilfeausschuss ein Konzept vorgelegt.

Auf der Suche nach Ausbaumöglichkeiten für das seit Jahren angespannte Kinderbetreuungsangebot in Mettmann hat die Verwaltung eine Lösung gefunden: Eine neue Kita in Modulbauweise könnte innerhalb von sechs Monaten errichtet und später nach Belieben erweitert, umgebaut oder umplatziert werden. Mit einer fünfgruppigen Kita würden die aktuelle fehlenden 90 Plätze auf einen Schlag vorhanden sein. Der Jugendhilfeausschuss stimmte dem Verwaltungsvorschlag einstimmig zu. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung wird der Bedarf an Betreuungsplätzen jedoch auch weiterhin steigen, so dass die Bedarfsplanung auch über 2021 hinaus weitere Plätze wird schaffen müssen.

Die Verwaltung hatte eine 18-seitige Vorlage erstellt, in der die Bedarfsplanung und das aktuelle Angebot sowie gesetzliche Änderungen und Fördermöglichkeiten erläutert werden. Demnach steigt die Kinderzahl in Mettmann kontinuierlich und liegt derzeit bei durchschnittlich 383 Zugängen durch Geburten und Zuzüge pro Jahr. Wenn man diese Zahl in die Bedarfsrechnung einfügt, ergibt sich ein Bedarf von 1187 Betreuungsplätzen im Ü 3-Bereich, dem 1081 vorhandene Plätze gegenüber stehen. Rechnet man noch Sonderfälle, Überbelegungen und Erweiterungen hinzu, bleibt unterm Strich ein aktueller Gesamtfehlbedarf von 90 Plätzen.

Dieser könnte mit nur einer zusätzlichen Einrichtung (fünf Gruppen zu je 20 Kindern) gedeckt werden. Das Problem ist nur, eine geeignete Fläche zu finden, und die lange Planungs- und Bauzeit. Für letztere hat die Verwaltung nun die besagte Lösung in Form eines modularen Gebäudes gefunden.

In nur fünf Tagen wurde
die Modullösung geprüft

„Die Vorlage wurde von uns mit heißer Nadel gestrickt, aber sie bietet die Chance, alle nötigen Kita-Plätze auf einmal anzubieten“, kündigte Jugendamtsleiter Stephan Wischnewski zu Beginn der Sitzung an. In nur fünf Tagen haben er und sein Team in Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Planen und Bauen die Modullösung geprüft.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man mietet für knapp 290 000 Euro im Jahr oder man lässt auf Kosten der Stadt bauen. Da in beiden Fällen noch Investitionskosten für die Erschließung, das Außengelände und die Erstausstattung hinzukämen, wäre die Mietvariante mit insgesamt rund 2,5 Millionen Euro (fünf Jahre) nur knapp zehn Prozent billiger als die Kaufvariante mit 2,8 Millionen. Da im letzteren Fall erhebliche Fördermittel vom Land abgerufen werden könnten, entschied sich der Ausschuss eindeutig für den Kauf.

„Man kann es durchaus historisch nennen, dass nicht nur die Verwaltung diese Lösung innerhalb von fünf Tagen auf die Beine gestellt hat, sondern der JHA sie auch noch einstimmig beschlossen hat. Das gab es nicht oft in diesem Gremium“, sagt Christian Barra, Pressesprecher der Stadt Mettmann.

Was bleibt, ist die Suche nach einem geeigneten Standort, die nun beginnen soll. Für den mittelfristigen Mehrbedarf soll außerdem eine „reguläre“ neue Kita in Festbauweise am Düsselring/ Wandersweg gebaut werden. Weitere staatliche Zuschüsse sind durch das geänderte Kinderbildungsgesetz zu erwarten, das zum 1. August in Kraft tritt.