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Die Narren zittern um ihre Session

Mettmann/Erkrath : Jecken fürchten um Session

Wie es in diesem Jahr um den Start in die Karnevalssession am 11.11. steht, weiß in Mettmann, Erkrath und Wülfrath noch niemand genau. Sicher ist nur: Alles, was trotz Corona an Karneval möglich ist, soll auch gefeiert werden.

Das Coronavirus hat den Narren dieses Jahr einen ziemlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Verbot von Großveranstaltungen der Landesregierung bis zum 31. Oktober und die Unsicherheit, ob durch die befürchtete zweite Welle nach den Sommerferien nicht noch weitere Einschränkungen folgen könnten, macht eine konkrete Planung unmöglich.

Das Festkomitee Karneval (FKK) in Mettmann hat sich daher zu folgender Aussage entschlossen: „Es ist zu früh, eine Entscheidung zu treffen, ob der Zug stattfinden kann oder nicht.“ Man wolle sich noch nicht festlegen, sondern erst einmal abwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt.

Etwas anders sieht das Achim Pohlmann. Seine „Party Deluxe“, deren Veranstalter der Verein Mettmann-Sport ist, kann im Februar 2021 stattfinden. „Das Programm steht. Wir sind mit der Planung fertig“, verkündet der Party-Organisator. Was die Corona-Krise angeht, dazu will er sich nicht äußern. „Ich bin ja nur für die Planung zuständig“, erklärt er. Sandra Pietschmann, Geschäftsführerin des Party-Initiators Mettmann-Sport, schränkt ein: „Wie die Situation 2021 sein wird, kann heute noch niemand vorhersehen.“ Grundsätzlich sei sie aber der Meinung, dass alles, was verantwortungsbewusst im Karneval machbar ist, auch gemacht werden sollte. „Die Menschen wollen schließlich Karneval feiern.“

In Erkrath sieht man es ähnlich. „Die Erkrather Karnevalssession ist normal durchgeplant“, sagt Udo Wolffram, Präsident und Vorsitzender der Großen Erkrather Karnevalsgesellschaft. Gestartet wird in Erkrath dieses Mal nicht traditionell am 11.11., sondern am Freitag, den 13.11., mit dem Hoppeditz-Erwachen. „Das ist eine Außenveranstaltung in der Innenstadt, an der Markthalle. Wie und in welcher Form sie stattfinden wird, ist noch nicht abzusehen, weil wir nicht wissen, wie die Corona-Auflagen bis dahin sein werden.“ Doch die Veranstaltung sei eher klein und würde die momentan erlaubte Anzahl von 300 Personen nicht überschreiten.

Probleme sehen die Karnevalisten bei Veranstaltungen in Räumen

Größere Probleme sieht der 57-Jährige allerdings bei den geplanten Karnevalspartys wie der „Närrischen Markthalle“ am Altweiberdonnerstag im Foyer der Stadthalle. „Das ist mittlerweile eine der größten Karnevalsveranstaltungen im Kreis Mettmann. Da haben wir um die 1000 Besucher. Das könnte schwierig werden mit den Abstandsregeln.“

Den nächsten Karneval planen die Erkrather immer schon etwa ein Jahr im Voraus. Allerdings: „Ob der Karneval dieses Jahr auch nach Planung durchgeführt werden kann – da hängen wir noch etwas in der Luft“, gesteht Udo Wolffram.

Auch die zweite Erkrather Karnevalsgesellschaft „Die letzten Hänger 1963“ versprechen noch nichts Konkretes. Zumindest auf ein Motto hat man sich aber schon geeinigt „metenanger – foerenanger“ (miteinander – füreinander). Denn ganz absagen will man den Karneval auf keinen Fall. „Wir wollen schon so viel wie möglich machen. Natürlich im Gespräch mit der Stadt“, sagt Franz Caron, stellvertretender Vorsitzender der Letzten Hänger.

Ob man für den Umzug eine Genehmigung bekommen wird, wisse man aber noch nicht. Konkretes gebe es momentan wenig. „Wir hätten gerne ein Prinzenpaar und haben auch Kandidaten. Aber ob das dieses Jahr was wird, wissen wir nicht.“ Man versuche zwar, alle Veranstaltungen wie in den Jahren vorher zu realisieren, allerdings immer unter dem Vorbehalt, kurzfristig wieder absagen zu müssen.

„Wissen Sie – das kostet ja alles auch viel Geld“, gibt Franz Caron von den Letzten Hängern zu bedenken. Man habe zwar schon mit den Künstlern gesprochen und die wären bereit, auf ihre Gagen zu verzichten, sollten Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden müssen, als Verein sei man aber auch auf Sponsoren angewiesen. Das sei natürlich schwierig in der momentanen Situation, da auch die hauptsächlich lokalen Sponsoren mit der aktuellen Lage und den sich daraus ergebenen wirtschaftlichen Konsequenzen zu kämpfen haben.