Die lustigste Desillusionierung aller Zeiten

Mettmann : Alltagsmythen werden mit Humor entlarvt

Thomas Fröschle gastiert mit seinem neuen Programm „Ende Legende“ in Mettmann.

Am Donnerstag, 10. Oktober, präsentiert Timm Beckmann den Comedian Thomas Fröschle im „Road Stop Neandertal“. Thomas Fröschle sprach über sein neues Programm und den Ursprung seiner Comedy.

Herr Fröschle, Ihr aktuelles Programm heißt „Ende Legende“. Um was geht es da?

Thomas Fröschle: Der Hintergrund ist, wo wir im Alltag getäuscht werden. Es gibt die leichten Sachen wie Alltagsmythen, ob nun der Vogel Strauß seinen Kopf tatsächlich in den Sand steckt. Alltagsmythen, bei denen es nicht erheblich ist, ob sie stimmen oder nicht. Aber es gibt auch die Sachen, an die die Leute fest glauben, wie die Homöopathie. Mit meinem Programm versuche ich, relativ leicht, ein bisschen aufklärerisch zu sein. Aber vor allem will ich die Leute unterhalten. Es ist Comedy und soll die Leute zum Lachen bringen.

Wie sind Sie darauf gekommen, Alltagsmythen und Illusionen zu entlarven?

Fröschle: Seit meinem achten Lebensjahr mache ich Zauberei und habe mit Illusionen zu tun. Ich weiß, wie die Leute getäuscht werden. Auch ich lasse mich täuschen, wenn ich einen Trick nicht kenne.

Wobei Zauberei ja eine eher nette Illusion ist.

Fröschle: Es gibt natürlich auch die schönen Täuschungen. Den Push-up-BH, Film, Musik und Literatur. Da weiß man, das ist nicht wahr, aber es ist schön.

In Ihrem Programm verarbeiten Sie auch die kritische innere Stimme, die Ihnen bei allem dazwischen quatscht.

Fröschle (lacht): Diese Stimme bekomme ich nicht mehr richtig los. Immer, wenn mir jemand etwas erzählt, dann denke ich, stimmt das? Es gibt so viele Täuschungen, die alle betreffen. Es erwischt einen häufiger, als man denkt. Und meistens merkt man es erst nachher.

Sie kommen aus Stuttgart?

Fröschle: Ich bin in einem Stadtteil von Stuttgart aufgewachsen. Und mein Name Fröschle ist kein Künstlername. Bei dem Namen denken viele, es bleibt nichts anderes übrig, als Comedy zu machen. Aber es hat lange gedauert. Ich habe erst vor zehn Jahren angefangen.

Weil Sie zuerst als „Topas“ eine vielfach preisausgezeichnete Karriere als Zauberer begannen?

Fröschle (schmunzelt): Ich habe am Anfang einfach nur stumm vor mich hin gezaubert.

Und ein Buch haben Sie auch schon geschrieben?

Fröschle: Ja, es heißt „Jungfrau gesucht – Säge vorhanden“. Es erzählt, wie das Leben der Künstler wirklich aussieht.

Waren Sie schon einmal in Mettmann?

Fröschle: Mettmann kenne ich eigentlich nur von Hape Kerkelings „Samba in Mettmann“. Ich lasse mich überraschen.

Und was tun Sie, wenn Sie nicht auf der Bühne stehen? Haben Sie überhaupt Zeit für Hobbys?

Fröschle: Bei uns Künstlern und Kreativen vermischt sich immer das Berufs- mit dem Privatleben. Ich muss zugeben, dass ich mir zur Entspannung am liebsten ausländische Kollegen anschaue.

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