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Der Traum von der Karriere im Rampenlicht

Der Traum von der Karriere im Rampenlicht

Der Film „Die drei !!!“ wird in Mettmann gedreht. Mehr als 400 Bewerber wollen mitspielen.

Mettmann. „Hast du noch mehr schicke Kleidung dabei?“ Diese Frage richtet Gregor Weber an eine Frau, die im Weltspiegel-Kino in der Warteschlange steht. Die angesprochene Dame ist groß, blond und wirkt in ihrem hellen Trenchcoat mit bunter Bluse ziemlich souverän. Hier findet ein Filmcasting statt, der Andrang ist immens und Gregor Weber, Organisator der zuständigen Casting-Agentur, sucht sich schon aus der Warteschlange die Perlen heraus. „Beim baldigen Dreh des Filmes „Die Drei !!!“ wird eine Szene mit einer Spendengala realisiert“, erklärt Weber, „und darum sind elegante Komparsen gefragt“. Die Warteschlange ist sehr lang. Sie beginnt bergauf in der Düsseldorfer Straße, geht dann das Treppenhaus hinauf, verläuft durch den Flur und endet im Vorführsaal Nummer drei.

Viele Frauen und Mädchen haben sich herausgeputzt oder tragen freche Kleider, einige Männer haben ihre Familienhunde an der kurzen Leine und Jugendliche haben ihre Skateboards unter dem Arm geklemmt — diese Kandidaten sind den Anregungen der Casting-Agentur gefolgt. Im Kinosaal mutet es hektisch an, aber alles läuft glatt organisiert, wie Gregor Weber versichert. Seine Kollegin Claudia Mitsch empfängt die Besucher mit einem Lächeln, fragt Daten ab und prüft nochmals zuvor abgegebene Angaben.

Dann geht es weiter zur nächsten Station, zum Fotografen Stephan Trapp. Mitsch und Trapp sind beide freiberuflich für die Agentur tätig. Und das bringt für Gregor Weber mehrere Vorteile: „Wir sind ein Freundeskreis und ein eingespieltes Team. Und später beim Dreh betreuen Claudia und Stephan unsere ausgewählten Komparsen am Filmset.“ Im Akkord muss Trapp nun Menschen jeder Größe und jeden Alters ablichten. Hauptberuflich ist er Polizist — heute stehen aber keine Verbrecherfotos, sondern Castingfotos auf dem Programm. Jetzt steht Meret Folten vor ihm. Sie hält ein Pappschild vor ihren Oberkörper, auf dem Zahlen und Buchstaben geschrieben stehen. ME (für Mettmann) und ihre persönliche Nummer, die 011. Darunter stehen noch eine 18 (Merets Alter) und ihre Körpergröße: 1,76 Meter. Die junge Frau aus Erkrath kam überpünktlich zum Filmcasting ins Weltspiegel-Kino. Sie träumt von einer Karriere als Schauspielerin: „Den Kontakt zur Casting-Agentur erachte ich als ersten vernünftigen Schritt“, überlegt Meret.

Eine Prise Aufregung brachte sie mit, auch wenn sie vor mehreren Jahren schon einmal bei einem Casting teilgenommen hatte, für die Kinderserie „Schloss Einstein“. Ganz frisch mit dem Abitur in der Tasche seien beängstigend viele Berufsmöglichkeiten in greifbare Nähe gerückt. Aber sie schwärmt: „Die Schauspielerei erweckt mein aufrichtiges Interesse.“ Ein Jahr möchte die Schulabgängerin sich Zeit nehmen, sich ausprobieren, in Ruhe über Schauspielschulen informieren.

„Der erste Kontakt kann tatsächlich so zustande kommen“, stimmt Gregor Weber zu. In seiner Laufbahn sei es durchaus vorgekommen, dass ehemalige Komparsen den Schritt auf die Schauspielschule geschafft hatten.