„Da könnte noch viel mehr passieren“

„Da könnte noch viel mehr passieren“

Handwerksbetriebe sind beim Tag der Wirtschaft mit Eifer dabei. Die Industrie zögert noch.

Mettmann. Seit drei Jahren gibt es in Mettmann den „Aktionstag der Wirtschaft.“ Er hat sich zu einer Erfolgsstory entwickelt. Federführend organisiert wird er von der Gesellschaft Verein zu Mettmann (GVM), dem Gesellschafts- und Wirtschaftsnetzwerk in Mettmann. „Wir sind sehr froh darüber, dass sich unter anderem auch die Kreishandwerkerschaft, die Industrie- und Handelskammer und die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) bei diesem für die lokale Wirtschaft wichtigen Projekt-Prozess mit einbringen“, sagt Wolfgang Robrahn, zweiter Vorsitzender des GVM und Cheforganisator des Aktionstages der Wirtschaft.

Bodo Nowodworski, MBV

Dieser ist eigentlich ein soziales Projekt von dem vor allem gemeinnützige Einrichtungen in Mettmann profitieren. Die lokale Wirtschaft stellt am eigentlichen Aktionstag mindestens einen Mitarbeiter zur Verfügung und sorgt auch möglichst für die Werkzeuge und das Material. Die konkrete Umsetzung des Projektes mit einem zumeist sozialen Trägers findet dann gemeinsam statt. „Bei der Entsendung des Mitarbeiters ist es uns ganz wichtig, dass dieser seine Arbeit für die soziale Einrichtung an diesem Tag freiwillig leistet und nicht von seinem Arbeitgeber gezwungenermaßen für die Aufgabe delegiert wird“, betont Wolfgang Robrahn.

Bodo Nowodworski als Vertreter des Mettmanner Bauvereins (MBV), der sich seit drei Jahren an diesem Projekt nicht nur als Sponsor beteiligt, erklärt, dass es überhaupt keinen Grund gebe, die Mitarbeiter für die aktive Beteiligung am Aktionstag besonders zu motivieren. „Unsere Mitarbeiter machen das gern und freuen sich darauf, sich einbringen zu können. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die aktive Unterstützung des Projektes das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Belegschaft des Bauvereins stärkt“, versichert das bisherige Vorstandsmitglied des MBV. Er fügt hinzu, dass der MBV bei verschiedenen Projekten in den Jahren 2015 bis 2017 im Rahmen des Aktionstages auch Handwerks- und andere Unternehmen, die mit dem Mettmanner Bauverein zusammenarbeiten, mit einbezogen hätten.

Wolfgang Robrahn hebt hervor, dass die Wirtschaftsunternehmen durch die Beteiligung an dem Aktionstag ihre soziale Verantwortung nicht nur gegenüber ihren eigenen Mitarbeitern, sondern auch ihren Einsatz für das Allgemeinwohl über das eigene Unternehmen hinaus dokumentieren können. Er macht keinen Hehl daraus, dass seiner Ansicht nach die Teilnahme der Mettmanner Industrieunternehmen eher dürftig sei. „Da könnte mehr passieren. Das Engagement des Handwerks dagegen ist vorbildlich, wobei aber auch dort nicht nur die Handwerksbetriebe, die sich regelmäßig beteiligen, sondern auch neue Handwerksbetriebe willkommen sind.“ Er verweist auf einen gewissen Werbeeffekt für die Unternehmen, die mitmachen.

Am 12. April ist die Auftaktveranstaltung für die Wirtschaft in der FHDW. Die gemeinnützigen Einrichtungen werden am 26. April im Mehrgenerationenhaus einbezogen. Die Projektmesse findet am 21. Juni und der eigentliche Aktionstag am 21. September statt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung