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Corona zwingt Bürgerbus zu späterem Start

Mettmann : Bürgerbus startet erst im Jahr 2021

Eigentlich sollte der Bürgerbus in der Kreisstadt erstmals im Oktober dieses Jahres anrollen. Doch notwendige Bescheide und Unterlagen trafen Pandemie-bedingt nicht rechtzeitig ein. Nun ist der Bürgerbus-Start für 2021 geplant.

Zu Beginn des Jahres waren die Akteure noch hoffnungsvoll. Als sie sich Mitte Januar mit einem Informationsstand in der Galerie Königshof präsentierten, waren Bodo Nowodworski und sein Team hocherfreut über das große Interesse der Passanten. Das war wichtig, galt es doch, noch weitere Fahrer für das Bürgerbus-Projekt zu finden. Doch die Corona-Krise hat Nowodworski und seinen Mitstreitern nun einen weiteren Dämpfer versetzt: Die Fristen sind einfach zu kurz, um das hohe finanzielle Risiko einzugehen. Der Start wird daher wohl erst 2021 erfolgen: „In diesem Jahr tut sich da nichts mehr“, sagt Nowodworski.

Eigentlich sollte der Bürgerbus in der Kreisstadt erstmals im Oktober dieses Jahres anrollen. Doch der sogenannte Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung zur Beschaffung des Busses ließ auf sich warten. Dieser Bescheid regelt, wie viel Fördergeld der Verein erhält. Erst wenn dieser Bescheid vorliegt, kann der Verein das Fahrzeug bestellen. Den Förderantrag hatte der Verein bereits vor Weihnachten gestellt und wartete seither auf die Zusage.

Mittlerweile ist der Förderbescheid eingegangen, berichtet Nowodworski. Doch da die speziell angefertigten und ausgestatteten Fahrzeuge eine Lieferzeit von rund sieben Monaten haben, „hätten wir den Bus sofort beschaffen müssen, um ihn bis Ende des Jahres abzurechnen“, erläutert der ehemalige Bürgermeister der Stadt Mettmann.

Landesförderung entfällt, wenn zu spät abgerechnet wird

Denn dann verfällt der Förderbescheid. Bei einem Wagen, der rund 120 000 Euro kostet, war das dem Verein ein zu großes Wagnis. Erfolgt nämlich die Abrechnung zu spät, bliebe ihm die Förderung des Landes, die immerhin die Hälfte des Rechnungsbetrages ausmacht, versagt. „Da uns nicht klar ist, wie es da weitergeht, haben wir uns gegen eine Bestellung entschieden“, sagt Nowodworski. Er hofft nun, mit der Bezirksregierung eine neue Terminierung des Bescheides aushandeln zu können.

Doch wie soll es dann weiter gehen? Auch im nächsten Jahr ist noch damit zu rechnen, dass es eine Infektionsgefahr durch das Corona-Virus gibt. Der Bürgerbus aber transportiert insbesondere ältere Menschen – und viele Fahrer sind ebenfalls eher im Seniorenalter. Zugleich ist in den Bürgerbussen „der Sicherheitsabstand nur schwer einzuhalten. Die Fahrer müssen kassieren und älteren Menschen beim Ein- und Ausstieg behilflich sein.“ Derzeit kaum vorzustellen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rheinbahn, die die Fahrer der Bürgerbusse ausbildet, ihre Kapazitäten eingeschränkt hat. Es ist also nicht abzusehen, ob und wann die Mettmanner Freiwilligen zu Bürgerbus-Fahrern geschult werden können.

Das bremst das Projekt nun aus. Doch Bodo Nowodworski und seine Mitstreiter bleiben dran: Vorstandstreffen finden weiterhin statt – und sobald die Zeit eine Gelegenheit bietet, wollen die Beteiligten das Bürgerbus-Projekt weiter vorantreiben.

Für die Sonntage sind bisher keine Fahrten vorgesehen

Der Mettmanner Bürgerbus soll von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr unterwegs sein. Samstags sind ab 8 Uhr drei Fahrten durch das Stadtgebiet geplant. Für die Sonntage sind keine Fahrten vorgesehen. Vorgesehen ist ein „Mettmanner Kleeblatt“ mit drei Routen. Die grüne Schleife führt vom Haus St. Elisabeth nach Mettman-Süd und von dort aus zurück in die Stadtmitte, direkt vor den Haupteingang der Galerie Königshof. Von dort aus setzt der Bus seine Fahrt fort, jetzt auf der blauen Schleife über das Krankenhaus nach Mettmann-West und zurück zur Galerie Königshof. Hier wechselt der Bus in die rote Schleife und fährt nach Mettmann-Nord, in das Berliner Viertel und über das Krankenhaus zurück zum Haus St. Elisabeth. Die Routen wurden mit der Rheinbahn geplant.