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Corona-Fälle in Seniorenheimen in Mettmann und Wülfrath

Drei Einrichtungen in Mettmann und Wülfrath betroffen : Corona: Neue Fälle in Seniorenheimen

Neben einem Pflegeheim in Wülfrath sind auch zwei Einrichtungen in Mettmann betroffen. Eine infizierte Bewohnerin aus Wülfrath ist am Dienstag verstorben. Die Besuchsregeln für Weihnachten sind noch nicht abschließend geklärt.

Die Seniorenheime in Mettmann und Umgebung sind weiter von Infektionen mit dem Coronavirus betroffen. Wie Freitag bekannt wurde, verzeichnet das Haus-August-von-der-Twer der Bergischen Diakonie in Wülfrath einen Ausbruch – die Zahlen sind weiter auf einem hohen Niveau. Auch in Mettmann gibt es zwei Einrichtungen mit mehreren Infektionen, betroffen sind das Seniorenheim Neandertal sowie das Vinzenz von Paul-Haus.

Im Haus-August-von-der-Twer in Wülfrath sind aktuell 28 Personen infiziert, davon 17 Bewohner und elf Mitarbeiter. Das teilte Pressesprecherin Renate Zanjani mit. Die infizierte Bewohnerin im Haus-Luise-von-der-Heyden, eine weitere Einrichtung der Bergischen Diakonie in Wülfrath, gelte jedoch mittlerweile wieder als genesen. Dabei hatte es sich um einen Einzelfall gehandelt – und die gibt es laut Kreissprecherin Daniela Hitzemann in vielen Pflegeeinrichtungen. Sie verweist darauf, dass solche Einzelfälle nicht als Ausbrüche missverstanden werden sollten.

Mit 25 Corona-Fällen ist das Infektionsgeschehen im Seniorenheim Neandertal in Mettmann als Ausbruch zu bezeichnen. Wie Geschäftsführer Wolfgang Schneider mitteilt, sind 14 Bewohner und elf Mitarbeiter infiziert. Die Einrichtung steht seit Samstag komplett unter Quarantäne. „Das bedeutet, dass es weder möglich ist Besuche zu machen noch zu empfangen“, so Schneider weiter. Bewohner mit Verdacht auf eine Infektion würden von Zwei-Bett- in Ein-Bett-Zimmer verlegt, die Kapazität ließe das derzeit noch zu. Auch das Caritas-Altenstift Vinzenz von Paul-Haus in Mettmann verzeichnet aktuell mehrere Corona-Infektionen. Wie viele Bewohner und Mitarbeiter genau betroffen sind, darüber möchte Einrichtungsleiterin Ilka Marschaleck keine Auskunft erteilen. Sie stört, dass mit dem Finger auf die Einrichtungen gezeigt werde, die vermehrte Infektionen melden.

„Denn die Infektionszahlen hängen auch mit der Regelmäßigkeit der Tests zusammen“, sagt Marschaleck und verweist damit auf einen möglichen Grund, warum die Zahlen in anderen Einrichtungen geringer sind. „Wir testen einmal die Woche komplett alle Bewohner und Mitarbeiter, und das seit sechs Wochen.“ Das werde nicht in allen Pflegeheimen so gehandhabt. Sie appelliert an die Angehörigen, die Hygiene-Maßnahmen zu beachten. „Leider sind nicht alle vernünftig, oft wird der Mundschutz abgenommen, sobald die Zimmertür zu ist.“ Die Einrichtung vergibt sogar kostenlose FFP2-Masken an die Besucher, das Interesse sei jedoch dürftig.

Die Graf-Recke-Stiftung spricht vom „bislang bei weitem heftigste Ausbruch“ in ihren Einrichtungen: 34 von 53 Bewohnern des Pflegeheims „Haus Buche“ im Hildener Dorotheenviertel sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Acht von ihnen befinden sich nach Angaben der Stiftung im Krankenhaus. „Auch 14 Mitarbeitende sind positiv getestet worden, hier sind die Verläufe überwiegend asymp­tomatisch“, erklärte Stiftungssprecher Roelf Bleeker. Zwei Bewohner seien mit dem Coronavirus gestorben. Am Dienstag wurden 251 Mitarbeiter und Bewohner getestet.

Auch in Haan hat es in der Stella-Vitalis-Seniorenresidenz an der Bahnhofstraße mehrere Corona-Fälle gegeben. Die Graf-Recke-Stiftung hat einen eigenen Pandemie-Koordinator. Marek Leczycki kümmert sich seit Beginn der Corona-Krise um alle Fragen rund um das Thema. Laut Stiftung sind in den vergangenen Wochen Antigen-Schnelltests angeschlagen, weshalb nun PCR-Labortests durchgeführt worden sind. Vor rund drei Wochen sei eine Bewohnerin, die aus dem Krankenhaus kam, positiv getestet worden, anschließend seien umgehend alle Quarantänemaßnahmen sofort ergriffen worden. „Wie es scheint hat sich das Virus hier aber schon zuvor ausgebreitet“, erklärt Pandemie-Koordinator Marek Leczycki, der gleichzeitig Einrichtungsleiter im Dorotheenviertel ist.

Im Haaner Stella-Vitalis-Seniorenzentrum sind laut Geschäftsführer Maximilian Mank 19 Bewohner und sieben Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden. Wie genau das Virus ins Haus kam, versucht das Gesundheitsamt noch zu klären. „Eine Reihentestung aller Mitarbeiter und Bewohner fand am 4. und am 11. Dezember statt“, erklärt Mank. Die Hygienemaßnahmen wurden noch einmal verschärft. „Die Bewohner bleiben freiwillig in den Zimmern, Mahlzeiten werden im Zimmer serviert“, so Mank weiter. Besuche und Angebote wie vom Sozialen Dienst wurden eingestellt – nur ein Auszug aus den Maßnahmen.