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Bundestagswahl im Kreis Mettmann - Porträt von Nicole Burda (FDP)

NRW : Freiheit und Chancengleichheit

Nicole Burda ist von ganzem Herzen eine Liberale. Quoten und Verbote sind der 31-jährigen Realschullehrerin ein echter Graus. Ein Portrait.

(dne) Wenn Nicole Burda (31), Bundestagskandidatin der FDP im Südkreis Mettmann, Kanzlerin von Deutschland würde – sie hätte in ihren ersten 100 Regierungstagen ein volles Programm: Die deutsche Altersvorsorge müsste mit einer gesetzlichen Aktienrente „enkelfit“ gemacht werden. Die digitale Welt bekäme in Deutschland ein eigenes Ministerium statt bisher als Unterabteilung im Kanzleramt mitgeschleift zu werden. Klimaneutralität müsste mit marktwirtschaftlichen Mitteln erreicht werden: mehr Emissionshandel, ein fixer Kohlendioxid(CO2)-Deckel und CO2-Speicher. Zudem gebe es keine Steuererhöhungen und nicht immer neue Schulden, sondern eine starke Wirtschaft als Basis für mehr Wohlstand.

So sollte es werden, nach der Bundestagswahl am 26. September. „Das sind meine wichtigsten Punkte – deshalb trete ich an“, sagt die Realschullehrerin Nicole Burda aus Mettmann. Ihr Name steht auf Platz 42 der nordrhein-westfälischen Landesliste. Den Bundestagswahlkreis 104 als Newcomerin direkt zu holen, ist trotz der FDP-Affinität des Kreises Mettmann eher theoretisch. So ist Nicole Burda weit entfernt ist von der Mühsal, auch nur einen Teil ihrer Prioritätenliste umsetzen zu müssen. Sie hat kaum eine Chance, nach Berlin zu kommen – aber die will sie nutzen, um die FDP noch populärer zu machen. Denn schließlich gebe es in der Politik, ebenso wie in der Wirtschaft, zu wenig Frauen und junge Leute, auf die man höre. „Ich bin dennoch gegen eine Frauenquote. Denn aus meiner Sicht soll jeweils die am besten geeignete Person einen Posten bekommen – und weder eine Quotenfrau, noch ein Quotenmann.“

Burda sagt, sie sei von ganzem Herzen Liberale. „Die Partei stellt die persönliche Freiheit nach vorn. Gerade in der Pandemie haben wir gesehen, wie wichtig Freiheit ist“, sagt die Frau, die seit 2020 Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen ist und als Beisitzerin zum Kreisvorstand der FDP Mettmann gehört. Ist es kein Widerspruch, dass die großen 18/1-Plakatflächen entlang der Straßen den FDP-Parteivorsitzenden Christian Lindner zeigen? Nein, das findet sie „völlig in Ordnung“. Schließlich sei Wahlkampf eine Teamleistung. Mit Hilfe ihrer starken Basis aus den jungen Liberalen hat sie dafür gesorgt, dass ihr Konterfei ebenfalls an zahlreichen Straßen zu sehen ist. „Meine Kollegen in der Mettmanner Realschule sind immer erfreut und sagen: Bereits auf dem Weg zur Arbeit sind wir Dir ein Dutzend Mal begegnet.“

Die FDP hat mit Nicole Burda eine Frontfrau gewonnen, die eigene Akzente setzt und nicht einfach Merksätze der Partei aufsagt. Einen weiteren Ausbau der A 3 zum Beispiel – den lehnt sie rundweg ab. Ein solches Projekt würde nicht zu der notwendigen Verkehrs- und Klimawende passen. Wie dringend notwendig diese seien, hätten die verheerenden Juli-Hochwasser in Erkrath und Mettmann vielen Menschen sehr deutlich gemacht. Mit neuen Verboten darauf zu reagieren, das lehnt Nicole Burda allerdings ab.

Die Aversion gegen staatliche Anordnungen, hat auch mit ihrer Familiengeschichte zu tun. Im Jahr 1987 seien ihre Eltern aus Polen vor dem Kommunismus nach Deutschland geflohen. Die ersten Lebensjahre verbrachte Nicole Burda in Moers. Ihr Vater war zunächst Steiger, später Elektriker, ihre Mutter war Hausfrau. Das ist kein Elternhaus aus der Vorurteilsliste der FDP als Zahnarzt- und Unternehmerpartei. „Aber ich habe gelernt, wie wichtig Bildung ist, wenn man etwas im Leben erreichen will“, sagt Burda. Dass manche Lehrer ihren Migrationshintergrund zu abwertenden Bemerkungen nutzten hat sie sensibel wahrgenommen. „Jetzt bin ich selber Lehrerin und kann dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt“, so Nicole Burda. Chancengleichheit sollte nicht durch Herkunft oder Geschlecht beeinflusst sein.