Bürgermeister Nowodworski stellt sich nicht zur Wiederwahl

Bürgermeister Nowodworski stellt sich nicht zur Wiederwahl

Bodo Nowodworski hat seine Entscheidung gestern bekannt gegeben. Die CDU will Ende des Monats einen Bürgermeister-Kandidaten präsentieren.

Mettmann. Ein Paukenschlag nach der Sommerpause: Bürgermeister Bodo Nowodworski wird sich 2009 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Das kündigte er am Dienstag mit dürren Worten in einer E-Mail an. Er wolle mit der Bekanntgabe "den Parteien die Gelegenheit geben, sich in der Frage der Kandidatenfindung entsprechend zu positionieren".

Staatsmännisch Nowodworskis Auftritt am Vormittag: Er stattete der Firma SML, die Textil-Etiketten herstellt und sich mit etwa 40 Mitarbeitern an der Gold-Zack-Straße angesiedelt hat, einen Besuch ab. Nachmittags informierte Nowodworski seine Bürgermeister-Stellvertreter und die Ratsfraktionen - und dann die Presse.

"Man sagt Politikern gelegentlich nach, dass sie an ihren Sesseln kleben", schreibt Nowodworski in seiner kurzen Erklärung, "insofern will ich hiermit ein deutliches Zeichen setzen und den Weg für neue Generationen freimachen."

Endgültig gefallen sei der Entschluss in den vergangenen Tagen, sagt Nowodworski nach der Bekanntgabe im Gespräch mit der WZ. Nicht ein konkretes Ereignis habe den Ausschlag gegeben, sondern "die weitere Lebensplanung".

Eine Entscheidung, die bei der CDU keine allzu große Überraschung auslöst. Denn noch in diesem Monat soll der neue CDU-Bürgermeister-Kandidat vorgestellt werden: am 31.August - erst dem Vorstand in einer außerordentlichen Sitzung, einen Tag später der Öffentlichkeit.

"Bei dem Namen gilt höchste Geheimstufe. Das bleibt im kleinsten Zirkel", sagt CDU-Landtagsabgeordneter Marc Ratajczak. Ute Stöcker, CDU-Fraktionsvorsitzende, erklärt lediglich, dass dieser Kandidat aus Mettmann komme. Stellvertretender Bürgermeister Ottokar Iven hofft, dass "die Parteiführung in die Hufe kommt". An der Kandidatenfindung ist er nicht beteiligt gewesen.

"Och." Erst überrascht, dann sprachlos: SPD-Vorsitzender Thomas Dinkelmann "muss das erst einmal sacken lassen". Direkte Auswirkung auf das weitere Vorgehen der SPD habe Nowodworskis Entscheidung nicht. Seine Partei werde noch in diesem Monat die Kandidatenlisten für die Kommunalwahl aufstellen.

"Dann befassen wir uns mit einem Bürgermeister-Kandidaten." Bisher seien Oktober/November als Nominierungstermine ins Auge gefasst worden. Das könne sich nun ändern.

"Die Frage ist in vertraulicher Bearbeitung", bleibt Dinkelmann im Vagen, wie weit die Beantwortung der Kandidaten-Frage gediehen ist. Er lässt es auch offen, ob er der Kandidat sein werde. Er hebt aber hervor, dass der potenzielle Nowodworski-Nachfolger der Sozialdemokraten "auch den Zielen der Partei dienen muss. Es gibt Bedeutenderes als die Bürgermeister-Frage. Wir wollen einen Ruck für ein anderes Mettmann." Und dafür brauche man andere Mehrheiten im Rat.

"Das ist schon eine Überraschung", sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Müller zu Nowodworskis Rückzug. "Ich hatte gehofft, dass er weitermacht." Jetzt sei ein gemeinsamer Kandidat aus dem bürgerlichen Lager denkbar - oder auch ein eigener FDP-Kandidat. Ob er selbst für die Liberalen antreten wird? "Ausschließen möchte ich das nicht", sagt Müller, "aber es ist noch alles offen."

Nowodworski verabschiedete sich gestern in den Urlaub. "Es ist natürlich schon ein schwieriges Gefühl, wenn ein Lebensabschnitt zu Ende geht", sagt er im Gespräch mit der WZ. Wie es für ihn nach 2009 weitergeht, sei noch unklar. "Es ist ja noch ein Jahr Zeit." Bis dahin wolle er das Amt wie bisher ausfüllen - "mit gleicher Kraft und mit gleichem Engagement".

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