Bürger kritisieren Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Mettmann

Mettmann : Empfehlungen stoßen auf Kritik

Plan für Mettmann zur Entwicklung des Verkehrs ist für rund 70 Bürger nicht akzeptabel gewesen.

Heftige Kritik äußerten Bürger am neuen Verkehrsentwicklungsplan, der in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren die Weichen einer neuen Verkehrspolitik in Mettmann steuern soll. Rund 70 Zuhörer hatten sich in der Neandertalhalle eingefunden und hörten aufmerksam den Ausführungen von Verkehrsplanerin Katja Engelen vom Büro für Stadt- und Verkehrsentwicklung (BSV) aus Aachen zu.

Gleich zu Beginn sprach Bürgermeister Thomas Dinkelmann Klartext: „Wir haben zu viel Verkehr in Mettmann. 15 Prozent des Verkehrs ist Durchgangsverkehr, der Rest ist Ziel- und Quellverkehr, also Verkehr, den wir Mettmanner selbst erzeugen.“ Die einzige Alternative das Problem in den Griff zu bekommen, sei auf Öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen oder mit dem Rad zu fahren, sagt Engelen.

Bürger monieren den teuren
und unattraktiven ÖPNV

Diese Aussage stieß auf heftige Kritik: „Wie soll das gehen, wenn ich jeden Tag vom Mettmann nach Duisburg zur Arbeit fahren muss“, sagte eine Frau. Mit dem Rad könne sie das nicht leisten und der ÖPNV sei derzeit viel zu teuer und zu unattraktiv.

Kritik gab es auch an der Äußerung von Katja Engelen, die Brötchentaste wieder auf 15 Minuten zu reduzieren. 30 Minuten seien sehr großzügig und würden dazu führen, dass man die Parkzeit überschreitet und länger parkt. Außerdem plädierte die Expertin dafür, die Gebühren in den öffentlichen Tiefgaragen und Parkhäusern im Vergleich zu denen im Straßenraum zu reduzieren. Mittelfristig solle man weniger Parkplätze in den Straßen anbieten. es wäre besser, diese Flächen für den Radverkehr oder als Aufenthaltsfläche für Menschen zu nutzen. Axel Ellsiepen, Mitglied im Vorstand von Mettmann-Impulse, hielt es kaum auf seinem Stuhl: „Der Einzelhandel in der Inenstadt braucht Parkplätze auf den Straßen, ansonsten wird der Handel noch weniger frequentiert.“ Ulrich Görgens monierte, dass die Planerin mit Zahlen arbeite, die vor der Netztrennung erhoben worden seien. Beispiel sei die Belegung der Tiefgarage der Kreissparkasse.

Deutliche Kritik gab es auch an den Vorschlägen der Planerin, die Durchfahrt durch Mettmann mit Pförtnerampeln zu erschweren und unattraktiver zu gestalten. So sollten beispielsweise die drei Ampeln an der B 7/Ratinger Straße, Peckhaus und Berliner Straße/Düsselorfer Straße eine längere Rotphase für die Autofahrer bekommen, die aus Richtung Düsseldorf in die Stadt fahren. „Das ist totaler Unsinn“, sagte Helmut Peick aus Mettmann. Wenn es in Mettmann bis zu 85 Prozent Ziel- und Quellverkehr gebe, dann würden die Mettmanner bestraft. Jemand, der am Kaldenberg wohnt, müsste dann über den Südring , die Osttangente und die Seibelquerspange die Siedlung anfahren.

Moniert wurden ferner die mangelnden Hinweise, um den Lkw-Verkehr beispielsweise von der Nordstraße zu verbannen. So würden Lastwagenfahrer, die von der Seibelquerspange kommen, gar keine andere Chance haben als über die Nordstraße zu fahren. Jürgen Gutt hat beobachtet, dass immer mehr Lastwagen durch die Innenstadt fahren.

Sie lassen sich entweder vom Navi in die Irre locken oder meiden die Mautstelle auf dem Südring. Das Fazit der Veranstaltung: Die Vorschläge im Verkehrsentwicklungsplan würden die Probleme nicht lösen.

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