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Beratungsstelle Pro Familia: Verhütung spielt eine größere Rolle

Mettmann : Mehr Geld für Pro Familia

Positiver Ausblick bei Pro Familia. Beratungsstelle erhält mehr Geld. Weniger Konfliktberatungen.

. Ein wenig später als gewohnt präsentierte die Beratungsstelle von Pro Familia Mettmann den Jahresbericht 2018, der nicht nur Grund für Zufriedenheit gibt, sondern auch einen positiven Ausblick bietet. „Im vergangenen Jahr lief unser Vertrag mit der Stadt aus“, berichtete Andreas Müller, Leiter der Beratungsstelle. Ein neuer Vertrag wurde ausgehandelt, der die kommunale Förderung sichert. „Wir bekommen sogar ein bisschen mehr Geld“, freute sich Müller. Ebenfalls ein positiver Schritt in die richtige Richtung sei der „Verhütungstopf“, der vom Kreis verwaltet wird und die Unterstützung von Menschen mit geringem Einkommen gewährleisten soll. „Es ist in der Politik angekommen, dass der Bedarf da ist“, so Andreas Müller.

Für die vier Beratungsstellen im Kreis Mettmann stehen jährlich 15 000 Euro zur Verfügung. Die Beratungsstellen wollen sich untereinander absprechen und die Mittel nach Bedarf aufteilen. „Wir haben viele Verhütungsberatungen“, sagte

Sozialpädagogin Nora Diecks. Viele Frauen dürfen oder wollen die Pille nicht einnehmen. „Verhütung ist ein individuelles Thema“, so Diecks, „deshalb sollte es unbedingt gewährleistet sein, dass man die freie Wahl hat.“

Auch dem Förderverein zur Förderung der Pro Familia im Kreis Mettmann ist das Thema wichtig. Deshalb hat er den „Verhütungstopf“ 2018 auch mit knapp 2000 Euro aufgefüllt.

Das Verhütungsverhalten von Jugendlichen ist besser geworden

Was die Beratungsstelle feststellen kann ist, dass die Schwangerenberatungen zunehmen und die Konfliktberatungen bezüglich eines Schwangerschaftsabbruchs rückläufig sind. 2018 betrug die Anzahl der Konfliktberatungen in Mettmann 671. „Das Verhütungsverhalten gerade bei Jugendlichen ist sehr viel besser geworden“, weiß Diecks.

Eltern nutzen gerne das „Elterngeld plus“, das viele Variationsmöglichkeiten bei der Elternzeit zulässt. „Wir haben jetzt auch vermehrt Menschen in der Beratung, die viel Geld verdienen“, sagte Diecks. Das Interesse der Schulen an sexualpädagogischer Aufklärung ist ebenfalls ungebrochen.

„Wir haben im Jahr 2018 insgesamt 17 Schulen mit 790 Schülern der Jahrgangsstufen sechs bis zehn erreicht“, freute sich Andreas Müller, der zusätzlich noch intensive Jungenprojekte leitet, beispielsweise eines am Konrad-Heresbach-Gymnasium, das 2018 vom Förderverein mit 1000 Euro gefördert wurde.

„Wir könnten noch einen männlichen Sexualpädagogen brauchen“, meinten Müller und Diecks einhellig. Doch das scheint im Kreis Mettmann derzeit nicht realisierbar zu sein. Auch personell hat sich einiges verändert in der Beratungs­stelle.

So wurde mit Dr. Kathrin Schnabel eine Gynäkologin gewonnen, die zu allen Themen rund um Schwangerschaft, Familienplanung und Sexualität berät. Seit dem 1. Februar ist Miriam Zenz als Beratungsstellenassistentin tätig.

Die 39-jährige gelernte Hotelfachfrau hat lange in der Wirtschaft gearbeitet. „Da hatte ich sehr wenig mit Menschen zu tun“, erzählt sie, „aber jetzt bin ich zurückgekehrt und sehr froh, dass ich nicht mehr ausschließlich mit Computern arbeiten kann.“