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Benninghof: Integriertes Wohnen

Benninghof: Integriertes Wohnen

Eine Genossenschaft soll auf dem Benninghof integriertes Wohnen ermöglichen. Die Politik ist von dem Projekt überzeugt.

Mettmann. Sie stehen mitten im Leben und haben einen Traum. Die Mitglieder des Vereins „LebensRaum“ wollen auf dem Benninghof generationenübergreifendes Wohnen in den denkmalgeschützten, inzwischen größtenteils leerstehenden Hauptgebäuden verwirklichen. Jung und Alt, behinderte und nichtbehinderte Menschen sollen neben- und miteinander leben. „Mit dem Projekt könnte Integration umgekehrt erlebt werden, indem gesunde Menschen zu behinderten Menschen ziehen“, sagt Vereinsmitglied Katharina Driesen-Glittenberg. Die Intention des Benninghofs als Pflegeeinrichtung für behinderte Menschen könne so erhalten werden.

„Zentrales Element von ,LebensRaum — Benninghof’ soll ein gemeinschaftliches Füreinander in allen Lebenslagen sein“, sagt Driesen-Glittenberg. Es soll eine große Wohngemeinschaft mit 60 Wohneinheiten für rund 200 Menschen werden. Aber „ohne das individuell benötigte Maß an Freiheit und Rückzug zu behindern“, sagt sie.

„Jeder“, so steht es auf der Internetseite des Vereins, „kann seine Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen und von der Gemeinschaft partizipieren, kann die Chance nutzen, langgehegte Träume zu verwirklichen: ein Bolzplatz um die Ecke, mit einer guten Mannschaft, ein Gemüsegarten, eine Fahrradwerkstatt, Kunst und Kultur, ein Sommercafé, ein Dorf-Chor“

Die Architektin Sigrid Scherlitz plant kleinere Wohnungen und großzügige für Familien. Viele Gemeinschaftsbereiche sind vorgesehen, in denen gelebt, gearbeitet und gemeinsam Freizeit verbracht werden kann. Zudem soll der Bauernhof des Benninghofs wieder aktiviert werden, für den sich offenbar ein Biobauer aus Velbert interessiert.

„Ursprünglich wollten wir etwas Neues bauen“, sagt die Vorsitzende Sabine Metz-Plaum. Der Benninghof biete jedoch die ideale Lage, Kulisse und Architektur. Und seitdem der Verein den Hof im Blick hat, ist die Mitgliederzahl auf 25 gestiegen.

Eine gemeinnützige Bau- und Wohnungsgenossenschaft, die noch gegründet werden muss, soll das Projekt umsetzen. Ihre Mitglieder kaufen mit ihren Anteilen das Recht, sich am Benninghof einzumieten. Der Eigentümer, die Evangelische Stiftung Hephata, will auch Mitglied der Genossenschaft werden.

Neben Wohnungen sollen auch Läden, Praxen, ein Café, Werkstätten und Ateliers eingerichtet werden. Für die Realisierung müssen die denkmalgeschützten Gebäude saniert und renoviert werden. Schwerlitz geht von einen zweistelligen Millionenbetrag aus, den die Genossenschaft über Kredite und Fördermittel aufbringen müsste. Die Tilgung soll über die Mieteinnahmen erfolgen. Welchen Preis Hephata haben will, weiß der Verein noch nicht. Die Politik ist von dem Projekt begeistert und hat die Stadt beauftragt, zu prüfen, ob es verwirklicht werden kann.