Benefiz-Konzert in Mettmann: Dudelsäcke und Opernarien

Benefiz-Konzert in Mettmann: Dudelsäcke und Opernarien

Unvergesslicher Musiknachmittag zugunsten von Unicef und Mettmanner Kindern in Not.

Mettmann. Dass schottische Dudelsackmusik zum Auftakt einer Opern- und Operettengala erklingt, ist ungewöhnlich. Die neun Musiker in Röcken gehörten zu den Rhine Area Pipes & Drums aus Düsseldorf, die am Sonntagnachmittag die erste Mettmanner Mai-Gala für Unicef und Mettmanner Kinder in Not in die Neandertalhalle einzogen. Was nach den schottischen Weisen folgte, war ganz großer Kunstgenuss.

Sieben namhafte Solisten aus europäischen Opernhäusern brillierten mit einer Auswahl der schönsten und beliebtesten Arien aus Oper und Operette auf allerhöchstem Niveau. Ob es der Bariton Thomas Laske aus Wuppertal war, der unter anderem mit seinen Vorträgen aus Figaros Hochzeit oder mit "Dunkelrote Rosen schenk’ ich, schöne Frau" aus Gasparone seine Klangpracht entfaltete, oder die junge polnische Sopranistin Agnieszka Tomazewska, die mit ihrer wunderbaren charmanten Stimme aus Rigoletto und im Duett mit Thomas Laske als Papagena in der Zauberflöte ihre Strahlkraft voll zur Entfaltung brachte.

Otoniel Gonzaga, Tenor aus den USA, verzückte die Besucher in der zu zwei Drittel gefüllten Neandertalhalle mit der weltberühmten Arie "Dein ist mein ganzes Herz" aus "Land des Lächelns".

In das erlesene Feld der Gesangssolisten reihten sich der aus Seoul stammende Louis Kim als junger, strahlender Tenor im anspruchsvollen Duett aus "La Bohème" mit der Sopranistin Sungmi Kim aus Stuttgart ein. Natürlich durfte Alexandra van der Weth in dem Star-Ensemble nicht fehlen.

Die Sopranistin von der Rheinoper Düsseldorf/Duisburg ist durch verschiedene Auftritte in Mettmann bestens bekannt. Sie debütierte an der Wiener Staatsoper, wurde in Chicago und an der "Met" in New York gefeiert. Musikalisch einfühlsam, anrührend und bewegend sang sie mit höchster Präzision ihre Arie aus der Oper "Norma". Begleitet wurden alle Sängerinnen und Sänger von Bernd Gaube und Stephan Harrison (beide Flügel).

Nach knapp drei Stunden endete eine unvergessliche Gala, die Karl-Heinz Nacke in Mettmann möglich gemacht hatte. Er führte als Moderator kompetent und mit Humor durchs Programm. Nacke war mit dem gleichen Programm tags zuvor schon in Wuppertal gefeiert worden.

Alle Künstler, die auf ihre Gage zugunsten der Kinderhilfe verzichteten, verabschiedeten sich zusammen mit den Rhine Area Pipes & Drums zu den Klängen von "Amazing grace" - sie wurden mit stehenden Ovation verabschiedet. Die Ankündigung einer Neuauflage im kommenden Jahr wurde frenetisch bejubelt. Was sich nur ändern kann, ist der Name. Nacke: "Ob die Gala nämlich im Mai oder aber erst im Juni veranstaltet werden kann, steht noch nicht fest."

Die Gala möchte Nacke als dauerhafte Veranstaltung im städtischen Kulturkalender etablieren. Beeindruckt war auch Bürgermeister Bodo Nowodworski, der die Schirmherschaft des Benefizkonzertes übernommen hatte: "Wir sind stolz, so viele Stars für einen guten Zweck bei uns gehabt zu haben."

Mehr von Westdeutsche Zeitung