Beim Malen kennen sie kein Ende

Beim Malen kennen sie kein Ende

Anja Koal, Koni Lee und Rhea Standke stellen im Kunsthaus aus. Die drei leidenschaftlichen Malerinnen kennen sich von der Akademie.

Mettmann. „Es ist schön mit Leuten zusammen zu arbeiten, die man mag“, erklärt Anja Koal, wie es zur gemeinsamen Schau mit Koni Lee und Rhea Standke kommt. Was die drei Frauen eint, ist: Sie sind Malerinnen. „Aber es gibt keinen Konsens, kein gemeinsames Thema“, behaupten sie.

Das zu beurteilen haben Besucher ab nächsten Freitag im Kunsthaus an der Mühlenstraße die Chance. Einführende Worte wird die seit einem Jahr in der Neandertalstadt lebende Kunsthistorikerin Monika Kißling sprechen. Sie sieht „das Abstrakte als gemeinsames Moment“ beim Trio. Übrigens kennen sich die Frauen aus gemeinsamen Zeiten an der Kunstakademie. Anja Koal war Meisterschülerin bei Siegfried Anzinger und Herbert Brand, in dessen Klasse Koni Lee und Rhea Standke noch studieren.

RheaStandke, Malerin

Das Abstrakte aber interpretieren die jungen Künstlerinnen unterschiedlich. „Ich male Heimatbilder aus dem Spreewald“, behauptet Anja Koal. „Da komme ich her, da gehöre ich hin“, dort kennt sie sich aus. Und bildet mitnichten einfach bloß Spreewald-Szenen ab. Menschen, Wesen und Profile tanzen, flattern und schweben durch ihre Bildwelten. Luftig und leicht wie ein Sommerhauch wirkt manches, und auch wenn die Titel eindeutig „Rost“ oder „Ballon“ lauten, umweht alles etwas Mystisches. Die besondere Leuchtkraft erhalten die Arbeiten, Anja Koal arbeitet mit Ölfarben, durch eine spezielle Lasur-Technik.

Während Koni Lee mit ihren Motiven, die oft Strukturen aus der Natur zu sein scheinen, an Impressionistisches erinnert, wirken Rhea Standkes Werke auf den ersten Blick wie ein Besuch im botanischen Garten. Tatsächlich ist die gebürtige Dresdnerin auf der „Suche nach einem neuen Kosmos“, wie sie sagt. Vor der Malerei steht für sie das Gebet, spirituelle Themen sind ihr Ding. „Ein Ziel ist eine Art der Grenzauflösung, also im unkonkreten Raum Räumlichkeit erzeugen.“

Was kompliziert klingt, wirkt wunderschön in den von ihr gemalten floralen, überaus femininen Welten. Bevorzugt sind es historische Rosen, Papageientulpenblüten oder Magnolien, die sie „wegen bestimmter Barockformen“ sozusagen als Modelle wählt. Bilder wie „Flammenheld“ zeigen dann aber nicht einfach den Makrokosmos einer typischen Blüte. Malerisch umgesetzt scheinen sich diese Blumen aufzulösen, konturlos in einem Meer aus Farben und Wärme aufzugehen.

Jede der drei Künstlerinnen hat für ihre Bilder ihren eigenen Raum, außerdem gibt es so etwas wie ein Gruppenzimmer, in dem ausgewählte Arbeiten korrespondierend miteinander gezeigt werden. Vielleicht kann so eine Antwort auf die Frage gegeben werden, was außer der jeweiligen unendlichen Mallust, die drei Kunstakademie-Schülerinnen eint.

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