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Baustellen: Ärger um das schnelle Kabel

Baustellen: Ärger um das schnelle Kabel

Nicht alle Anwohner sind begeistert von den vielen Baustellen im Stadtgebiet. Laut Stadt läuft „alles absolut im Rahmen ab“.

Mettmann. Die Stadt wird durchzogen von magentafarbenen Schildern. Die Telekom verlegt seit Anfang Juni ihr modernes Glasfasernetz, das Internetnutzern einen bis zu acht mal schnelleren Anschluss verspricht. „Hier wird die Zukunft verlegt“ steht auf solchen Schildern, wo das Kabel noch angeschlossen wird. „Hier ist die Zukunft zu Hause“ steht auf Tafeln vor den Häusern, die schon verbunden sind.

Bis Ende des Jahres will die Telekom laut Pressesprecher André Hofmann an rund 3200 Gebäuden das moderne Netz auslegen. So viele positive Rückmeldungen hat es bis zum Anmeldeschluss Mitte Juli gegeben. So viel zur Zukunft. Doch wie sieht die Gegenwart aus, in der 3200 Löcher vor Häusern gebuddelt werden?

Die WZ sah sich in der Lessingstraße um. Dort wird momentan am neuen Glasfasernetz gebuddelt. Tatsächlich sieht die Straße aus wie ein Schweizer Käse. Alle paar Meter ein Loch. Über den Gartenzaun beklagen sich Anwohner, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, über die Baumaßnahmen. „Der neue Anschluss ist ja schön und gut, aber bei uns läuft überhaupt nichts richtig“, ereifert sich eine Anwohnerin. Drei verschiedene Baufirmen kümmern sich jeweils um einen Bauabschnitt: Zunächst wird der Bürgersteig aufgerissen, dann der Stich zum Anschluss ans Haus gegraben, und schließlich werden alle Löcher wieder zugemacht. „Das Problem ist, dass wir bei so vielen verschiedenen Firmen keinen Ansprechpartner haben, den wir gezielt fragen können, wann hier was gemacht wird“, sagt ein älterer Herr.

Sowohl Telekom-Pressesprecher André Hofmann als auch Kurt Werner Geschorec, Leiter der städtischen Abteilung für Stadtentwicklung, Umwelt und Bau, sind von solchen Beschwerden überrascht. „In dieser Hinsicht läuft alles absolut im Rahmen ab“, sagt Geschorec. Bei der Stadt habe sich niemand gemeldet.

Pressesprecher Hofmann redet von „sehr großem Zuspruch“, den sein Unternehmen aus Mettmann bekomme. Auch gebe es positive Rückmeldungen zum Bau. „Wir versuchen natürlich, genug Hilfestellung zu geben. Falls etwas mal nicht so funktioniert, können sich die Bürger immer an uns wenden“, sagt Hofmann. Dazu gebe es mehrere Möglichkeiten.

Entweder persönlich beim Betriebsgebäude der Telekom an der Bahnstraße 59a vorbeischauen. Dort seien Mitarbeiter zu unregelmäßigen Zeiten vor Ort. Sicherer wäre es daher, zu den Öffnungszeiten im Telekom-Geschäft, Jubiläumsplatz 2-4, vorstellig zu werden. Oder direkt die kostenfreie Glasfaserausbauhotline der Telekom unter der Nummer 0800/7733888 anrufen. „Dort gibt es Antworten auf alle Fragen“, sagt Hofmann.

Ansonsten vermeldet der Pressesprecher, dass der Ausbau des Netzes planmäßig vorangehe: „Wir liegen gut in der Zeit. Am Jahresende wird es natürlich wetterabhängig.“