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Andrea Metz (FDP): „Mir geht es mittlerweile zu langsam voran“

Mettmann : „Es herrscht Angst, diese Verantwortung zu übernehmen“

Andrea Metz (53) ist FDP-Vorsitzende und hat lange Erfahrung im Polit-Geschäft.

Für Andrea Metz ist klar: Der Treffpunkt für das Gespräch zu ihrem Kandidatenporträt soll die Goldberger Mühle sein. „Für mich ist das ein Vorzeigeort von Mettmann“, sagt sie. Denn zum einen seien die Mühle und ihre Umgebung ein schöner Ort. Zum anderen sind das Gebäude und sein Erhalt ein Symbol für bürgerschaftliches Engagement, ohne das eine Stadt wie Mettmann nicht lebens- und liebenswert sei.

Andrea Metz (53) tritt zur Kommunalwahl am 13. September als Bürgermeister-Kandidatin der FDP an. Für dieses Amt wirft sie langjährige politische Erfahrung in den Ring. 1996, „da war mein Sohn gerade ein paar Monate alt“, habe sie die Nachrichten im Fernsehen geschaut und sich aufgeregt. Sie wollte nicht Beobachterin bleiben, sondern selbst Handelnde sein und die Zustände zum Besseren verändern. Und so suchte sie, damals noch in Düsseldorf lebend, zunächst den Kontakt zur FDP in der Landeshauptstadt und später, nach ihrem Umzug 1997 nach Mettmann, zu den Liberalen der Kreisstadt. Seit 2007 ist sie Ortsvereins-Vorsitzende. Doch warum gerade die FDP? „Den Freiheitsgedanken finde ich nach wie vor faszinierend. Man muss aber auch schauen, wie die Menschen im sozialen Miteinander leben.“

Auch wenn das Geschäft im Mettmanner Rat mitunter zäh ist – „das Bohren dicker Bretter“, wie Andrea Metz sagt – so sieht sie die Kommunalpolitik dennoch als persönlich bereichernd an. „Man lernt wahnsinnig viele unterschiedliche Menschen kennen, da kommt man mal aus seiner eigenen kleinen Blase raus“, sagt sie. Allerdings gehe ihr die politische Beschlussfassung in Mettmann „mittlerweile einfach zu langsam. Die Themen sind wirklich sehr komplex, es ist auch eine große Verantwortung, doch es herrscht auch Angst, diese Verantwortung zu übernehmen.“

Mehrere Kandidaten sind
gut für eine Demokratie

Lange hatten CDU und SPD bei den kleineren Parteien darum geworben, die gemeinsam aufgestellte parteilose Kandidatin Sandra Pietschmann zu unterstützen. Darauf ließ sich die FDP nicht ein und stellte selbst eine Kandidatin auf – warum? „Es ist gut für die Demokratie, wenn es mehr Kandidaten gibt“, antwortet sie. Angesprochen auf ihre mangelnde Verwaltungserfahrung verweist sie auf ihre langjährige politische Erfahrung: „Natürlich bekommt man als Ratsmitglied sehr gut mit, wie Verwaltungsarbeit ­funktioniert.“

Ihr sei das Thema Wirtschaftsförderung „sehr wichtig“, denn wenn beim gewerblichen Mittelstand „der Motor streikt, ist das schwierig für Mettmann“. Auch die Ent-Bürokratisierung liegt ihr am Herzen, außerdem Bildungsthemen: „Wir haben in Mettmann eine gut aufgestellte Bildungslandschaft.“ Die FDP-Fraktion habe daher im Rat gegen die Einrichtung einer Gesamtschule gestimmt, da eine mögliche Gesamtschule vierzügig aufgestellt werden müsste „und somit automatisch zu Auswirkungen bei anderen Schulen, zum Beispiel Schließungen, führen würde.“

Auch beim Thema Verkehr drücke den Mettmannern der Schuh, „da sind die Emotionen ganz schön hoch gekocht, und mit dieser Vehemenz hat wohl auch keiner gerechnet“, sagt sie mit Blick auf die Bürgerproteste, die aufgrund der Verlagerung von Verkehrsströmen nach der Verkehrsberuhigung der Innenstadt entstanden sind.

Andrea Metz ist geschieden und Mutter zweier 24 und 27 Jahre alter Kinder. Sie wohnt in Metzkausen. Welche Eigenschaften bringt Andrea Metz für das Bürgermeisteramt mit? „Ich bin hartnäckig, glaube aber auch, dass ich Menschen begeistern und mitnehmen kann. Ich bin offen für neue Ideen.“ Als sie ihren Kindern offenbarte, dass sie Bürgermeisterkandidatin in Mettmann ist, „haben beide gesagt, das finden wir großartig.“ Kommunalpolitik, „das ist ein Engagement für alle. Das finde ich total wichtig.“