Abschied von Markus Bosbach: „Es ist ein Geschenk, hier Pfarrer zu sein“

Abschied von Markus Bosbach: „Es ist ein Geschenk, hier Pfarrer zu sein“

Zum Abschied von Markus Bosbach, der nach Köln geht, kamen gestern Hunderte von Gläubigen und dankten dem Seelsorger.

Mettmann. Frisch gezapftes Kölsch gab es gestern Mittag für Markus Bosbach zur Einstimmung auf sein neues Wirkungsfeld. Der Pfarrer und Kreisdechant wird Mettmann nach vier Jahren bald in Richtung Köln verlassen. Er übernimmt die Leitung der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbischöflichen Generalvikariat.

Mit einer Heiligen Messe in einer übervollen St. Lambertuskirche und einem Empfang im Kaplan-Flintrop-Haus nahmen die Pfarrgemeinden, Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde sowie Politiker aus Stadt und Kreis Abschied vom Seelsorger.

Stellvertretende Bürgermeisterin Andrea Rottmann spekulierte gar, dass Köln nur eine Station auf Bosbachs Weg in viel südlichere Gefilde sei. Pfarrvikar Christian Kreuzberg, Josef Bauer, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dirk Wermelskirchen dankten Bosbach für „große und tiefe Spuren“, die er nicht nur aufgrund seiner Statur in Mettmann hinterlasse.

Exemplarisch nannten sie den Aus- und Umbau der katholischen Kitas und deren Zertifizierung zu Familienzentren, die Fusion der Gemeinden Anfang des Jahres zur Pfarrei St. Lambertus und die ökumenische Partnerschaftsvereinbarung zwischen der evangelischen und katholischen Gemeinde.

„Jetzt, wo Sie die Früchte Ihrer Arbeit ernten könnten, gehen Sie. Ihr Nachfolger wird davon profitieren“, sagte Bauer, der sich dann daran erinnerte, als Pfarrer Bosbach nach Mettmann kam: „Ein Bild von einem Mann, groß, kräftig, ein richtiger Fels.“

Von der evangelischen Gemeinde sprach Pfarrer Klaus Schilling die Hoffnung aus, dass das von Bosbach angestoßene ökumenische Jahrestreffen auch mit dem neuen Pfarrer fortgeführt werde. Bosbach habe immer Kante gezeigt, sagte Schilling: „Es ist gut, von dem anderen zu wissen, was er denkt. Eine Kuschel-Ökumene bringt nichts.“

Bosbach selbst gab sich bescheiden: „Als Pfarrer kann man nur so gut sein wie die Menschen, die einen unterstützen. Und in dieser Pfarrei gibt es unheimlich viele Helfer und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Dafür möchte ich Ihnen danken. Es ist ein Geschenk, Pfarrer in Mettmann zu sein.“

Nur einen „kolossalen Fehler“ habe er während seiner Amtszeit in Mettmann gemacht, „dass wir beim Umbau des Kaplan-Flintrop-Hauses nicht 60 000 Euro mehr auf den Kopf gehauen haben für eine Belüftungsanlage“, sagte Bosbach, dem bei dem tropischen Klima im Gemeindehaus die Schweißperlen auf der Stirn standen.

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