150 Jahre Feuerwehr Mettmann: Feuerwehrfest begeistert Besucher

150 Jahre Feuerwehr Mettmann : Feuerwehrfest fasziniert Gäste

150 Jahre Feuerwehr Mettmann wurden gefeiert. Historische Einsatzfahrzeuge, viele tolle Mitmachaktionen und Infos lockten.

Die Holzhütte auf dem Platz vor dem Konrad-Heresbach-Gymnasium brennt lichterloh, es qualmt, Hitze breitet sich aus, der leichte Wind verteilt Asche. Die Flammen suchen sich ihren Weg zwischen den Holzlatten und lodern gefährlich in die Höhe. „Oh je, jetzt wird es aber ganz schön warm hier“, ruft ein Junge hinter dem Absperrband, ein kleines Kind weint, sucht Schutz auf Papas Arm. Was der Dreijährige noch nicht versteht: Dies ist eine Präsentation der Jugendfeuerwehr, sie wird gleich demonstrieren, wie ein Feuer dieser Dimension fachmännisch gelöscht wird. Unzählige Besucher beobachten das Geschehen, die Kinder stehen mit offenen Mündern da und warten gespannt, was passiert. Dann endlich ertönen Sirenen, das Löschfahrzeug fährt vor, Jugendliche in blau-roter Uniform springen hinaus, rollen in Sekundenschnelle den ersten Schlauch aus und beginnen zu löschen.

Oldtimer Freunde Solingen haben ihre Prachtstücke mitgebracht

„Das ist spannend“, findet der fünfjährige Fabio und setzt seinen hellgelben mitgebrachten Spielzeughelm auf. Die älteren Besucher stehen dagegen eher staunend vor den historischen Feuerwehrfahrzeugen der Oldtimer Freunde Feuerwehr Solingen. Alle acht Wagen sind topgepflegt, knallrot glänzt der Lack in der Sonne. „Das hier ist ein Klöckner Humboldt-Deutz F Magirus Mercur 125A von 1959“, erklärt Vereinsmitglied Hans-Joachim Krapp und zeigt auf einen der Rundhauber, „Mettmann hat wohl keine alten Fahrzeuge mehr, wohl aber Hilden und Velbert.“ Das bestätigt auch der Mettmanner Oberbrandmeister Christoph Siegert. „Wir haben damals viele Fahrzeuge in den Osten gegeben, etwa auch zu den Kollegen in Makranstädt.“

Extra für das große Jubiläumsfest am Samstag auf dem Gelände der Feuerwehrwache sind auch vier Feuerwehrmänner aus der befreundeten sächsischen Stadt angereist. „Ist schon toll hier“, schwärmt der 29-jährige Jan mit sächsischem Akzent, „aber große Unterschiede zu uns gibt es nicht. Außer, dass wir immer mit Wasser-Schaumgemisch löschen und hier oft nur mit Wasser.“

150 Jahre Feuerwehr Mettmann, extra für das Jubiläum ist eine Festschrift entstanden, die die Chronik des Rettungsdienstes mit vielen Bildern gespickt erläutert. „Man könnte meinen, dass die Feuerwehr eine Modeerscheinung der Neuzeit ist“, heißt es im Grußwort von Marco Zerweiss, Leiter der Feuerwehr, „aber die Menschen haben sich davor nachbarschaftlich gegenseitig geholfen. Wenn die Feuerglocke läutete, brachte jeder seine zugeschriebenen Utensilien mit und beteiligte sich am Brand.“

Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel, Kinder stehen an, um eine Rundfahrt in einem der Fahrzeuge zu machen, es gibt eine Hüpfburg, eine Kinderschminkecke, Kuchen und Würstchen – und Besucher können in einem Korb mit einer Leiter bis auf 33 Meter hochfahren. „Das Leiterfahrzeug haben wir uns geliehen, da wir ja unseres für eventuelle Einsätze brauchen“, erklärt Dominik Enskat von der freiwilligen Feuerwehr und schnallt einer mutigen Besucherin einen Sicherheitsgurt um. „Ich wollte schon immer hoch hinaus“, sagt sie lachend, „aber ein wenig Bammel habe ich jetzt schon“.

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