Mettmann: Einbrechern keine Chance geben

Mettmann: Einbrechern keine Chance geben

Die dunkle Jahreszeit lockt die Langfinger an. Im Südkreis und vor allem in Ratingen schnellen die Zahlen nach oben. Ganz wichtig: die nachbarschaftliche Hilfe.

Mettmann. "Natürlich schnellt die Zahl der Einbrüche in dieser Jahreszeit in die Höhe. Schließlich spielt den Langfingern die frühe Dunkelheit in die Hände", sagt der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, Frank Sobotta. "Das ist für uns nichts Ungewöhnliches." Gleichwohl bestätigt er, dass die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche in diesem Jahr durchaus "größere Dimensionen" erreicht habe.

Vor allem in Ratingen sowie im Süden des Kreises Mettmann, also in Hilden, Langenfeld und Monheim, vergeht 2009 kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo eingestiegen wird. Allein am vergangenen Wochenende traf es Monheim fünfmal und Langenfeld viermal. In Ratingen herrscht sogar die ganze Woche über "Hochkonjunktur".

Seit Monatsbeginn wurden in der Dumeklemmerstadt 31 Einbrüche gezählt. "In Ratingen werden seit Jahren mehr als doppelt so viele Wohnungstüren und Fenster aufgehebelt als in allen anderen Städten des Kreises", sagt Sobotta. So gab es 2008 254 registrierte Fälle. Zum Vergleich: In Hilden waren es 139, in Langenfeld 131 und in Velbert 126. Positives Schlusslicht war Wülfrath mit 41 Einbrüchen.

"Es sind vor allem die Verkehrsanbindungen, die im Kriminellen-Milieu ziehen", erklärt Sobotta. Die Nähe zur A 3 und zur A46 oder die Regiobahn sorgen für eine schnelle An- und noch schnellere Abreise der Ganoven. Das führe dazu, dass die Einbrecher schon längst nicht mehr Ortsansässige sind, sondern teils von weit her anreisen. Banden aus Süd- oder Osteuropa haben den Kreis als lohnendes Ziel erkannt.

Sobotta: "Kürzlich haben wir eine Jugendbande dingfest gemacht, die eigentlich in Hamburg zu Hause ist." Unterm Strich habe all das mittlerweile Ausmaße angenommen, "dass wir ein eigenständiges Kommissariat haben, das sich ausschließlich um Einbruchsdelikte kümmert. Und die Leute haben ordentlich zu tun."

Das gehe so weit, dass Beamten in den späten Nachmittags- oder frühen Abendstunden "einfach so" mit der Regiobahn durch die Gegend fahren - nur, um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, ob potenzielle "Kunden" im Zug sitzen.

Zwar startet die Polizei regelmäßig Aufklärungskampagnen vor Ort. Der wirksamste Schutz aber, so Sobotta, sei neben der Sicherung der eigenen vier Wände (siehe Infokasten) die Nachbarschaftshilfe. "Die Lücke zwischen den verübten Delikten und den Hinweisen klafft weit auseinander", klagt Sobotta.

"Dabei helfen oft schon kleinste Beobachtungen." Nur dann könne auch die Aufklärungsquote von gerade mal 13 Prozent im Vorjahr endlich nach oben gehen: "Lieber die Polizei einmal zu viel als gar nicht anrufen."