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Mehr Polizei auf der Straße

Mehr Polizei auf der Straße

Neue Strukturen sollen es möglich machen, dass ab Herbst 20 Prozent mehr Beamte als bisher Streife gehen.

Kreis Mettmann. Bei der Polizei ändert sich im Juni einiges. Seit Herbst 2010 hat eine Projektgruppe ein neues Konzept erarbeitet.

Einer der Gründe: „Wir bauen zwar keine Stellen ab, aber Personal ist nicht in unbegrenztem Umfang verfügbar“, sagte Landrat Thomas Hendele, der gleichzeitig Chef der Kreispolizei ist, gestern bei der Präsentation der neuen Organisationsstruktur.

Konkret geplant ist die Reduzierung der derzeit fünf Regionalkommissariate in Velbert, Ratingen, Erkrath, Hilden und Langenfeld auf drei Standorte in Velbert (zuständig auch für Heiligenhaus und Wülfrath), Langenfeld (auch für Monheim und Hilden) und in Ratingen (auf für Mettmann, Erkrath und Haan). In Mettmann soll es zusätzlich eine Kriminalaußenstelle geben.

Unangetastet von dieser Entwicklung bleibt die Zahl der Wachen im Kreis Mettmann. „Daran wird nicht gerüttelt. Die Zahl der Wachen in den Kreisstädten bleibt so, wie sie ist“, sagte Polizeidirektor Ulrich Koch.

Anfahrtswege für Bürger, die zu einer Vernehmung vorgeladen werden, sollen sich in Grenzen halten. „Uns ist klar, dass der ein oder andere jetzt in die Nachbarstadt fahren muss. Aber wir werden bürgerorientiert agieren“, versprach Kriminaldirektor Ralf Stetza.

Weiterhin sieht das Konzept vor, dass die Zahl der Einsatzgruppen erhöht wird. Statt bisher zwei gibt es dann drei. Sie sollen den drei Regionalkommissariaten zugeordnet werden.

Der Vorteil, sagt Kaufmann, sei, dass die Beamten so schneller und häufiger auf der Straße präsent seien. „Um an einem Einsatzort zu sein, mussten die Kollegen bisher weite Strecken fahren, weil zwei Trupps das ganze Kreisgebiet bedient haben. Jetzt teilen sich drei Gruppen das Gebiet.“

Im September treten neue Beamte ihren Dienst an. Sie werden in den Einsatztrupps eingesetzt. Insgesamt soll sich dadurch die Zahl der Beamten auf den Straßen um 20 Prozent erhöhen. Absolute Zahlen mögen die Polizeivertreter nicht nennen. „Dazu machen wir keine Angaben“, sagte Koch.

Die stärkere Präsenz der Polizei auf Straßen sowie in Wohn- und Gewerbegebieten sei auch einer der Gründe gewesen, warum die Behörde die Umstrukturierung angestrebt habe. „Der Kreis Mettmann ist im Vergleich zu anderen Regionen sicher. Aber Straßenkriminalität und Wohnungseinbrüche bereiten uns Sorgen“, sagte Stetza.

Um 51,8 Prozent ist die Zahl der Wohnungseinbrüche 2010 auf insgesamt 1512 Delikte gestiegen. Im Jahr 2009 waren es 996. Nur in 143 Fällen konnten die Ermittler die Täter stellen. Stetza: „Gerade bei diesen Straftaten ist es wichtig, dass die Kollegen vor Ort sind, Kontakt zu den Bürgern aufnehmen, weil sie meistens die besten Hinweisgeber zur Aufklärung einer Tat sind.“

Die Verkehrskommissariate werden dem Konzept nach von drei auf zwei reduziert. Zukünftig gibt es einen Standort in Heiligenhaus, der die Städte Velbert, Wülfrath und Ratingen umfasst und einen in Hilden, zuständig auch für Monheim, Langenfeld, Erkrath, Mettmann und Haan.

Der bisher in Velbert untergebrachte, kreisweit tätige Polizeisonderdienst wird komplett zur Polizeiwache Erkrath-Hochdahl umziehen, damit die Beamten schneller alle Punkte im Kreis anfahren können. Das Kriminalitätskommissariat Prävention/Opferschutz wird Erkrath-Hochdahl verlassen und in die Räume der Wache in Hilden umziehen.

Damit das Konzept ab Mitte Juni greifen kann, muss noch das NRW-Innenministerium zustimmen. Landrat Thomas Hendele: „Wir gehen davon aus, dass das Konzept genehmigungsfähig ist.“