Monheim : Kinder werden in Monheim zu Akrobaten

Fürs städtische Ferienprojekt hat der Kölner Zirkus Soluna seine Zelte auf der Bürgerwiese in Baumberg aufgeschlagen. Dort zeigen die Kinder, was sie lernten.

Nick (9) ist zum ersten Mal beim städtischen Ferienprojekt Zirkus dabei. Er hat sich für den Diabolo-Workshop entschieden. „Ich kann schon das Hexenhaus“, sagt der Nachwuchsartist, bewegt wie ein Puppenspieler die Schnüre am Stab und lenkt sein lilafarbenes, großes Diabolo durch das Haus aus Schnüren. Geklappt. Mit ihm trainieren weitere 13 Jungen im Alter von sechs bis 14 Jahren im Zelt für den großen Auftritt. Heute um 16 Uhr ist Premiere im großen Zirkuszelt. Da zeigen alle 100 Artisten aus Monheim und Umgebung, was sie in einer Woche Ferienprogramm gelernt haben. Beginn der Vorführung ist um 16 Uhr. Am Samstag um 11 Uhr beginnt die zweite.

20 Betreuer kümmern sich um
die Kinder auf der Bürgerwiese

Fabian Andrick von der städtischen Jugendförderung ist für eine Kollegin eingesprungen und begleitet das Projekt zum ersten Mal. Er weiß, wie beliebt die Aktion bei Eltern und Kindern ist. Die Kinder freuen sich auf die Herausforderung, akrobatische Kunststücke zu lernen, und die überwiegend berufstätigen Eltern wissen, dass ihre Kinder gut versorgt sind. „Fabian“, piepst ein zartes Stimmchen. „Es geht schon viel besser.“ „Gut. Kannst du in deinen Workshop gehen?“, fragt Fabian zurück. Kate nickt und läuft los.

Insgesamt 20 Betreuer kümmern sich um die Kinder im Zirkuscamp auf der Baumberger Bürgerwiese. Sie leiten sie bei ihren Kunststücken an, helfen, wenn es mal nicht so gut läuft, und essen gemeinsam mit den Kindern zu Mittag. „Das Essen wird geliefert“, sagt Andrick. Für die Choreographie zeichnet Zirkusdirektor Birger Koch verantwortich. Er schaut gerade zu, wie eine Gruppe Mädchen an den roten Vertikalbändern trainiert und den Chinesischen Mast hinaufklettert. In der Manege herrscht Konzentration. Die Mädchen stehten barfuß auf den Matten. Samira (13), Fiona (14) und Judith (11) warten im Kniestand vor den „V-Seilen“. Gleich sind sie dran. Die Trainerinnen stoppen die Zeit mit ihren Handys. Die drei wickeln sich in die Seile, zeigen den Halbmond und andere Figuren und versuchen, sich ebenso schnell, wie sie sich eingewickelt haben, wieder zu befreien. Zum Schluss gibt es ein „Compliment“. „Das muss schnell gehen“, sagt Birger Koch. „Denn wer will als Zuschauer schon einen langen Aufbau oder eine leere Manege sehen. Hier gelten dieselben Regeln wie in einem profesionellen Zirkus.“

Insgesamt gibt es vor- und nachmittags acht Workshops

Während die Boy-Group fleißig mit dem Diabolo die Andrehtechnik, Slides oder Figuren wie Hexenhaus oder die Peitsche üben, hilft Till (22), wenn es nicht klappt. „Ich bin schon seit vielen Jahren dabei. Als ich nicht mehr Teilnehmer sein durfte, habe ich als Betreuer mitgemacht. Bis heute.“

Acht Workshops gibt es vor- und nachmittags. Die Kinder arbeiten auch mit dem Hochseil, springen Seil oder laufen auf der Kugel. Besonders beliebt sind in diesem Jahr die Pois, Bälle mit einer Schnur, die in der Manage leuchten. „Man sieht nur die Bewegung“, sagt Andrick. Kostüme für den Auftritt bringt der Zirkus mit, ebenso wie alle Geräte. „Die sind sehr gut“, lobt Till. Und der Zirkusdirektor bestätigt: „Wir halten immer Ausschau nach neuen Modellen. Dabei achten wir natürlich darauf, dass die Geräte nicht zu schwer sind für die Kinder und auch nicht zu groß.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung