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„Youth and the City“-Talk im Rathaus: Was sich Langenfelds Jugend wünscht

Langenfeld : Jugendliche bemängeln Zustand von Schulen

Bei einem Talk im Langenfelder Rathaus diskutierten Jugendliche mit Vertretern der Stadt.

Unter dem denglischen Titel „Youth and the City“-Talk haben junge Langenfelder im Rathaus mit Vertretern der Stadtverwaltung über Themen diskutiert, die sie besonders interessieren und betreffen. So wie Alexander, der in einer der Gesprächsrunden seinem Ärger Luft macht: „Ich finde das so eine Unverschämtheit, dass Gelder an den Schulen ungerecht verteilt werden!“ Der Neubau der Prismaschule habe mehrere Millionen Euro gekostet, doch seine damalige Grundschule konnte sich zeitgleich nicht genügend Schulbücher leisten. „Wir mussten uns immer zu zweit ein Buch teilen und konnten es nur abwechselnd mit nach Hause nehmen“, lässt der Jugendliche die anderen Beteiligten am runden Konferenztisch zum Thema „Schule“ wissen. Dann holt er noch einmal tief Luft und schaut Schulreferatsleiter Carsten Lüdorf direkt in die Augen. „Wie kann sowas sein?“

Die Teilnehmer befassten
sich mit mehreren Themen

Lüdorf hört sich die Kritik an, erklärt dann, dass das zwei völlig verschiedene Geldtöpfe seien, aus denen da finanziert wird. „Wir müssten da nochmal genauer schauen, woran es lag“, blieb er Alexander eine konkrete Antwort schuldig. Der 15-jährige Evrim beklagt „veraltete und ekelige Schultoiletten“.

Wie bei der Premiere 2018 wurde auch der zweite „Youth and the City“-Talk von Ingrid Graser organisiert, die bei der Stadtverwaltung für Kinder- und Jugendbeteiligung zuständig ist. An großen Tischen diskutierten Jugendliche und Erwachsene in gemischten Gruppen über Langenfelder Themen wie Schule, Kultur, Freizeit, Umwelt, Klima und Mobilität. „Gemeinam sollen die Gruppen diskutieren, Ideen entwickeln, Wünsche und Kritik äußern“, sagt Graser. „Jugendliche und Erwachsene begegnen sich im Gespräch auf Augenhöhe. Das heißt, sie hören sich zu und nehmen sich gegenseitig ernst.“

Die Diskussion am Tisch „Kultur“ kommt eher schleppend voran. „Kultur heißt nicht nur Theater oder Ausstellungen, Kultur kann auch Sport oder Freizeit sein“, betont Dr. Hella-Sabrina Lange vor den Mädchen und Jungen. Die Chefin des Stadtmuseums und Kulturbüros hört von einer 14-Jährigen den Wunsch nach einem Fest, an dem dem die vielen Langenfelder Sportvereine gemeinsam vorstellen „und wir die Sportarten dann auch ausprobieren könnten“. Julian wünscht sich mehr Wiesen ohne Löcher, auf denen ohne Vereinsbindung Fußball gespielt werden kann. Auch ein Schachturnier oder eine Lesung an einem ungewöhnlichen Ort kommen zur Sprache.

Der Talk dauert zweimal 45 Minuten. So haben die Teilnehmer die Möglichkeit sich auch noch mit einem der anderen Themen zu befassen. Moderatoren halten die Ideen auf Karteikarten fest und bringen Flipcharts an. Johanna schaut sich die Ergebnisse ihrer Gruppe zum Thema „Mobilität“ noch einmal genauer an. „Ich interessiere mich eigentlich schon immer für Politik“, erzählt die 14-Jährige über ihre Motivation, an dieser sehr speziellen Talkrunde im Ratssaal teilzunehmen. „Ich war schon beim ersten Mal dabei und fand es ganz toll und interessant. Heute stand bei uns das Thema Bürgerbus im Fokus.“ Mia (10) nickt. „Das wäre eine tolle Idee für all die Menschen, die sonst nicht in die Stadt kommen.“