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Wohnmobilverleih Roadfan aus Monheim bietet innovative Geschäftsidee an

Monheim/Langenfeld : Wohnmobil-Mieter wollen Buchungen wegen Corona verschieben

Das junge Unternehmen Roadfan gehörte anfangs noch zu den Gewinnern in der Krise. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet.

Die Deutschen verreisen gerne. Daher trifft die Corona-Krise die Branche besonders empfindlich. Zunächst schienen in diesem Krisen-Frühjahr die Anbieter von Wohnmobilen noch mit einem „blauen Auge“ davon zu kommen. „Die letzten Wochen zeigten die möglichen Risiken von Kreuzfahrten und Flugreisen, wir erlebten einen Boom“, berichtet Joscha Stephan noch vor einigen Wochen. Er ist einer der Gründer und Geschäftsführer der 2017 eröffneten Firma Roadfans. Doch inzwischen sind rein touristische Reisen im Wohnmobil in vielen Bundesländern nicht mehr erlaubt.

Anfangs optimale Alternative
zur häuslichen Quarantäne

In den ersten Tagen der Corona-Krise schien hingegen das Wohnmobil die optimale Möglichkeit, häusliche Quarantäne alternativ zu gestalten. „Ein voller Kühlschrank und ein eigenes Bad bedeuteten: kein Kontakt mit anderen beim Einkaufen oder im Quartier“, ergänzt Sebastian Nikolaus, Standortleiter in Monheim. Die Corona-Krise hinterlässt inzwischen aber auch bei Roadfans Spuren. „Buchungen werden verschoben“, berichtet Nikolaus.

Ziele sind oft Bayrischer Wald und Mecklenburgische Seenplatte

Um Neukunden wird aktuell damit geworben, dass schon getätigte Reservierungen kostenfrei storniert werden können. Bei den Buchungen seien in normalen Zeiten drei Wellen zu beobachten: Ostern, Sommer und Herbst. Die Osterferien gehörten jetzt schon nicht mehr dazu. Bevorzugte Ziele für den Sommer und Herbst sind Gebiete mit „viel Platz“, wie die Mecklenburgische Seen-Platte oder der Bayrische Wald.

„Die Vorjahresziele haben wir aktuell übertroffen, auch dank der sehr vielen Monheimer und Langenfelder Kunden. Für 2020 konzentrieren wir uns auf NRW, und planen insgesamt mit 300 Fahrzeugen an sechs Standorten“, erklärt Stephan. Doch ob sich die Prognose bestätigt, müssten die kommenden Wochen zeigen. Die im April des Vorjahres eingerichtete Niederlassung an der Straße Am Wald platzte Ende 2019 jedenfalls aus allen Nähten. Die Grundstücksfläche konnte inzwischen verdoppelt werden, jetzt warten dort 60 Fahrzeuge auf die Kundschaft aus dem Großraum Köln/Düsseldorf. Im Gegensatz zu den Vorjahren werden alle Neu-Fahrzeuge sofort gekauft, und – so das Geschäftsmodell – zum Saisonende an Kunden verkauft. Alle Fahrzeuge seien „Made in Germany“, die meisten würden von Sunlight in Dresden gebaut, einer Tochter des Marktführers Hymer. „Die neuen Modelle sind umweltfreundlicher, der Fiat Ducato-Motor entspricht der 6 d-temp-Norm“, sagt Stephan. Wer es luxuriöser liebe, der könne mit dem VW Grand California und 180 PS reisen. Die Preise sind von der Saison abhängig, zudem variierten die Kosten je nach Fahrzeugtyp und Mietdauer. Im Schnitt koste das rollende Heim pro Tag zwischen 80 und 100 Euro. Stephan und Nikolaus selbst sind natürlich auch begeisterte Wohnmobil-Nutzer. Der eine schwärmte von seiner Schweden-Rundreise, der andere besuchte zuletzt die Biathlon-WM in Antholz. Bis sie wieder dorthin fahren können, wird noch einige Zeit vergehen.