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Wohnheim will jung und alt miteinender verbinden

Wohnheim will jung und alt miteinender verbinden

114 Senioren können in der Residenz Pro Talis an der Düsseldorfer Straße leben. Die Kindertagespflege ist schon ausgebucht.

Langenfeld. Während Bürgermeister Frank Schneider im Foyer der neuen Senioreneinrichtung Pro Talis das „Vorzeigehaus der Stadt“ lobte und über den modernen Bau, die Helligkeit und die Farbgestaltung — die ihn mehr an „ein Hotel“, denn an ein Wohnheim für ältere Menschen denken ließen — ins Schwärmen geriet, schob Lene (17 Monate) in der angrenzenden Kinderbetreuung freudestrahlend und davon völlig unbeeindruckt ihren Puppenwagen auf ihre Mutter zu, die sie gerade abholt.

Claudia Rademacher, Pflegedienstleiterin

Sowohl die Seniorenresidenz mit insgesamt 114 stationären Plätzen (davon elf Plätze für junge Menschen, die wegen Krankheit nicht mehr alleine zurechtkommen), als auch die Kindertagespflege mit neun Plätzen wurden gestern offiziell übergeben. Ist die Kita bereits komplett belegt, haben aktuell 39 ältere Menschen ein neues Zuhause an der Düsseldorfer Straße gefunden. Nicht alle sind aus Langenfeld. „Der entfernteste Senior kommt aus Frankfurt, weil seine Kinder hier leben“, sagte Pflegedienstleiterin Claudia Rademacher. „Um die Qualität in der Pflege sicherzustellen, nehmen wir die Senioren nur nach und nach auf.“

Denn auch die Mitarbeiter sind noch nicht alle mit im Boot. Rund 60 sind es in allen Bereichen, von der Küche über die Wäscherei bis zur Pflege. „Weil wir ein neues und modernes Haus sind, gibt es aber viele Interessenten“, bekundet Pressesprecherin Carina Jakob. Ein nicht unwesentlicher Faktor für junge Kollegen sei die direkt angrenzende Kita „Gänseblümchen“. Vier Mitarbeiterkinder unter drei Jahren betreuen Sounaya Mallal und Eileen Herweg in den Räumen, die farblich in Grün und Gelb fröhlich gestaltet sind und tatsächlich an eine Blumenwiese erinnern. Doch auch Externe wie Lene, die mit ihren Eltern in Berghausen lebt, sind willkommen. „Uns gefällt es hier sehr gut“, sagt ihre Mutter Christina Hausmann (35). „Es ist familiär und es ist schön, dass die Betreuer so jung sind“.

Jung und alt miteinander verbinden, das ist das Herzensprojekt von Pro Talis-Geschäftsführerin Marisa Möller. Es wird seit 2013 in den Häusern von Pro Talis umgesetzt, wo es räumlich geht, erklärt Carina Jakob. Kontakt sei auf vielen Ebenen möglich. Die Kinder und die älteren Menschen bastelten beispielsweise gemeinsam. An Weihnachten hätten sie zusammen den Baum geschmückt, sagt Soumaya Mallal.

Zum Frühstück und zum Mittagessen kocht Oliver Schmidl in der hauseigenen Küche sowohl für die Kinder als auch die Senioren. Es gibt gesunde und ausgewogene Kost. Die wird für die älteren Menschen in den sieben Wohnbereichen serviert, die wie die Kinderbetreuung Blumennamen tragen. „Flieder“ oder „Primel“ haben Bewohner eines anderen Hauses für Langenfeld vorgeschlagen. Und so sind die einzelnen Bereiche für immer höchstens 20 Männer und Frauen teilweise kunstvoll mit floralen Wandbemalungen oder in Pastelltönen farblich gestaltet. Pro Talis bietet stationäre Dauer- und Kurzzeitpflege für alle Pflegestufen an. Außerdem gibt es zwölf Plätze in der Tagepflege.