Wirtschaft: Monheim wartet lieber auf die ganz dicken Fische

Wirtschaft: Monheim wartet lieber auf die ganz dicken Fische

Bei der Vermarktung von Gewerbeflächen hält sich die Stadt zurück. Gewerbesteuereinnahme ist bereits jetzt sechs Millionen Euro über der Prognose.

Monheim. Nimmt man als Messlatte für den Erfolg der städtischen Wirtschaftsförderung die verkaufte Gewerbefläche, dann wäre deren Leistung aktuell als mäßig einzuschätzen. Mit Neuansiedlungen kann sie nicht punkten. Allerdings haben sich die Zeiten geändert.

„Die Messlatte ist inzwischen die Gewerbesteuer. Und das kann sich sehen lassen. Kalkuliert für 2014 haben wir 200 Millionen Euro. Es werden aber wohl fünf bis sechs Millionen mehr“, sagt ein zufriedener Bürgermeister Daniel Zimmermann.

Der gewichtigste Grund dafür ist die Tatsache, dass viele Unternehmen gewerbesteuerträchtige Abteilungen nach Monheim verlegen. Dort herrscht mit 285 Prozentpunkten der niedrigste Hebesatz in ganz NRW.

Allerdings wird von Seiten der Wirtschaftsförderung auch nach wie vor mit Interessenten in Sachen Ansiedlung verhandelt. Die größte freie Fläche gibt es mit noch 65 000 Quadratmetern im Rheinpark. „Zurzeit ist es eher so, dass wir in Richtung Absagen tendieren. Da muss schon der Richtige kommen“, sagt ein selbstbewusster Thomas Waters, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft. Der Richtige — da muss es viel Gewerbesteuer oder zumindest das Potenzial dafür sein.

Trotzdem werden noch vor dem Sommer die Bagger rollen. TV Mania, ohnehin schon im Rheinpark ansässig, wird ein zweites Bürogebäude bauen. Dafür hat die Firma ein städtisches Areal von 3500 Quadratmetern gekauft. Beim Projektentwickler Kadaans läuft die Vermarktung für ein weiteres Bürogebäude.

Zu schaffen macht dem städtischen Bauhof übrigens die Wasserachse. Kürzlich erst aufgefüllt, wachsen dort die Algen bereits prächtig. „Das ist nervig. Wir suchen derzeit nach Lösungen“, sagt der zuständige Bereichsleiter Andreas Apsel. Und je wärmer es werde, desto schneller würden die algen wachsen.

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