Wirtschaft brummt wie noch nie

Langenfeld und Monheim erreichen neue Rekordmarken bei Arbeitsplätzen sowie eine hohe Zahl von Berufspendlern.

Langenfeld/Monheim. Die Wirtschaft brummt, die Zahl der Arbeitsplätze in den beiden schuldenfreien Städten ist so hoch wie nie. Die Rekordmarken gehen aus einer neuen Statistik von IT-NRW hervor. Danach hatten im vergangenen Jahr 28 609 Berufstätige einen Job in Langenfeld und 14 100 arbeiteten in Monheim. Wie die Grafik zeigt, haben indes in beiden Städten vor allem Auswärtige ihren Arbeitsplatz, während die Einheimischen überwiegend außerhalb ihres Wohnorts ihr Geld verdienen.

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In Langenfeld stehen 21 301 Einpendlern gegenüber 16 313 Auspendler. Monheim hat 10 714 Ein- und 11 873 Auspendler. Diese Zahlen erklären das täglich hohe Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen und die vollen Züge der S 6.

Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider (CDU) bezeichnete den anhaltenden Zuwachs an Arbeitsplätzen als Resultat der städtischen Wirtschaftsförderung. „In den letzten sieben Jahren haben wir die Rahmenbedingungen für Tausende zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.“ Wirtschaftförderin Heike Schönfelder nannte mehrere Ansiedlungserfolge. So sei nach dem Wegzug von Lanxess der Business-Park Katzberg wieder komplett belegt. „Dort haben sich zuletzt Emerson Process Management aus Haan, Eastman Chemical aus Köln und der Aescologic-Fachhandel für Arztbedarf aus Leverkusen niedergelassen. Zusammen haben sie knapp 300 Mitarbeiter.“ In den neu angelegten Gewerbegebieten Reusrath-Nordwest und Am Solpert in Berghausen sind nach ersten Zuzügen weitere Firmensitze im Bau. Und an der Albert-Einstein-Straße entsteht gerade ein Handwerkerpark für bis zu 17 Betriebe.

Daniel Zimmermann, Bürgermeister Monheim

Der Zuwachs in Monheim fußt in starkem Maße auf der niedrigen Gewerbesteuer. Zum ersten Mal 2012 und danach immer wieder wurde der Gewerbesteuersatz auf NRW-weit einmalig niedrige 260 Punkte gesenkt. Seither siedelten sich viele neue Unternehmen an und bescherten der Stadt immer höhere Einnahmen. 290 Millionen Euro an Gewerbesteuer sind für 2018 veranschlagt.

Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) pocht indes auf den Zuwachs von mehr als 3000 Arbeitsplätzen seit der ersten Steuersenkung 2012. Der erfolgte und anhaltende Zuzug von Firmen vor allem im Gewerbegebiet Rheinpark strafe „all diejenigen Lügen, die behaupten, wir hätten mit der Steuersenkung nur Briefkastenfirmen hierher geholt“. Laut Wirtschaftsförderer Christoph Hahn brachte etwa die Oxea GmbH 110 Arbeitsplätze nach Monheim, die United Parcel Service LLC&Co 60 Jobs.

„Das Ende der Fahnenstange indes ist noch lange nicht erreicht“, merkt Bürgermeister Zimmermann an. „Unser Ziel muss es sein, die Bedingungen für noch weitere deutlich mehr als 1000 Arbeitsplätze zu schaffen.“ Ziel sei es, dass in Monheim in Zukunft „genauso viele Arbeitsplätze vorhanden sind wie Menschen hier leben, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen“.

Das Pendleraufkommen wird gleichwohl auch dann hoch bleiben und die Straßen weiter stark belasten. „Natürlich haben wir dabei auch den Verkehrsfluss im Blick“, sagt Zimmermann dazu. So sei der Kreisverkehr am Autobahnzubringer Monheim-Süd bald fertig und der Ausbau der Opladener Straße geplant. „Außerdem werden die Bahnen der Stadt Monheim den Linienbusverkehr noch einmal erheblich ausweiten.“

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