Wirte setzen auf schönen Spätsommer

Wirte setzen auf schönen Spätsommer

Mieses Wetter hat in der Gastronomie einiges durcheinander gebracht. Das gilt - wie eine Umfrage zeigt - auch für die Zwischenbilanz.

Langenfeld/Monheim. Das Wetter. Ja, das Wetter. Sonne, endlich! Unterm Strich war es diesen Sommer ja nicht so toll.Pascal Lütz vom Biergarten Zur Altstadt in Monheim öffnet gar nicht erst, wenn das Wetter schlecht ist. 30 bis 40 Prozent Einbußen habe er bisher gehabt, sagt Lütz. „Das ist schon bescheiden.“ Heizpilze aufstellen? Nee, sagt Lütz. „Lohnt nicht. Wenn das Wetter schlecht ist, gehen die Leute nicht vor die Tür.“ Das soll sich jetzt aber ändern. Lütz schaut nach vorne, auf die Langzeitprognose, und die sehe ja gar nicht so schlecht aus. „Da soll ein schöner September kommen“, sagt Lütz, „und auch die zweite Augusthälfte soll besser werden als die erste“. Das wird dann auch die Kellner im Biergarten freuen. Denn die hatten ja bisher auch weniger zu tun, und weniger zu tun bedeutet für sie: weniger Geld.

RalfLewandowski, Gastronomie-Chef am Campingplatz Rheinblick

Wie schlimm ist der durchwachsene Sommer denn, wenn man Eis verkauft? Och, sagt Lahcen Boujmia von der Monheimer Eisdiele Dolomiti. „Bei uns geht es immer.“ Ja, die Schlange an der Eistheke, die sei natürlich länger. Also jetzt, wenn das Wetter gut ist. „Aber die Stammkunden, die kommen bei jedem Wetter.“ Von denen gebe es viele — „Gott sei dank“. Andere Stadt, gleiches Gewerbe, dieselbe Antwort. Bedri Limani von der Langenfelder Eisdiele Aurora mag auch nicht klagen. Stattdessen grinst er zufrieden. Sein Umsatz habe sich über Jahre gesteigert, unabhängig vom Wetter. „Die Leute mögen unser Eis und kommen sogar von weiter her.“ Und trotzdem. Die Eisdielen und auch andere Gastronome hoffen auf den Altweibersommer. Darauf, dass es so bleibt, wie in diesen Tagen. Denn das ist gut fürs Geschäft.

Ralf Lewandowski ist der Gastronomie-Chef am Campingplatz Rheinblick in Baumberg, und noch sieht der Chef es entspannt. Ja, die Bilanz sei bisher so mäßig, aber: „Am Ende des Monats zählen wir zusammen.“ Das Auf und Ab der Temperaturen, das Wechselhafte, das es bisher gab. Das sei eine planerische Herausforderung gewesen. Was kaufe ich ein? Wie viel Personal lasse ich kommen? „Das ist diesen Sommer ganz schön schwierig“, sagt Lewandowski.

Franky’s Café und Bistro am Langenfelder Marktplatz hat immer geöffnet. Aber die Güte eines Sommers, die kann man hier auch in Waffeln messen. Waffeln bestellen, das sei eigentlich ein Winterding, sagt Inhaber Frank Brammertz, das höre dann im Sommer irgendwann auf. Bisher wartete er vergeblich auf Waffelpause — vielleicht kommt sie ja jetzt. Und der letzte ausgeschenkte Glühwein ist im Bistro noch gar auch nicht so lange her. „Das war Mitte Juni“, sagt Brammertz.

Doch an Glühwein denkt in diesen Tagen wohl wirklich niemand. Mittwochabend könnte es dann das nächste Mal richtig voll werden in der Langenfelder Innenstadt — und auf den Terasssen der Gastronomen. Dann ist wie jeden Mittwoch in den Sommerferien ab 18 Uhr Langenfeld Live: Open-Air-Musik gratis auf dem Marktplatz.