Wertstoffhof in Langenfeld wird jetzt vergrößert. Ausschuss spricht über Sperrmüll, Biotonne und gelben Sack.

Langenfeld : Wertstoffhof an der Hansastraße wächst

Betriebsgelände in Langenfeld wird auf 2125 Quadratmeter erweitert. Politiker informieren und diskutieren über Änderungen bei Gelben Tonnen und weiteren Altkleidercontainern.

Gute Nachricht für alle, die Elektroschrott, Grünschnitt oder sonstige Dinge loswerden möchte: Der lange ersehnte Umbau des städtischen Wertstoffhofs an der Hansastraße hat jetzt begonnen. Mit dem vor zweieinhalb Jahren erworbenen Nachbargrundstück hat sich laut Betriebshofsleiter Bastian Steinbacher die Fläche der längst an den Kapazitätsgrenzen angelangten Annahmestelle von zuvor 1245  auf 2125 Quadratmeter erweitert. „Dadurch wird deutlich mehr Platz für die Nutzer und weitere Container geschaffen“, berichtete er den Stadtpolitikern im Haupt- und Finanzausschuss. Auf zusätzliche 520 Quadratmeter Erweiterungsfläche werde das Streusalzlager des Betriebshofs verlegt.

Sammlungen sollen von Verwaltung überprüft werden

In dieser Ausschussitzung informierten Steinbacher und weitere Verwaltungsmitarbeiter über die Abgabe- und Abholmöglichkeiten bei Wertstoffen aller Art. Die FDP hatte den Umstieg vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne angeregt, die Grünen hatten eine Biotonne für Haushalte ab 2020 beantragt, die BGL eine Elektrokleingeräte-Sammlung. Auch die Altkleider- und Sperrmüllsammlung sollte die Verwaltung überprüfen. Die Diskussion hierüber vertagten die Politiker auf spätere Ausschusssitzungen.

Laut Steueramtsleiter Andreas Scholz muss seit einer Novelle des Elektrogesetzes vor vier Jahren viel genauer sortiert werden als vorher. „Ausgediente Sportschuhe mit beleuchteter Sohle gelten nun ebenso als Elektroschrott wie Badezimmerschränke mit Leuchtspiegel oder elektrisch verstellbare Sessel.“ Scholz riet von einer städtischerseits betriebenen Sammlung in über Langenfeld verteilten Containern ab. „Allein schon, weil in den Elektrokleingeräten noch Batterien oder Akkus sein könnten, die vor dem Einwerfen unbedingt entnommen werden müssen. Sonst besteht akute Brandgefahr!“

Auf dem Wertstoffhof an der Hansastraße überwacht hingegen das Personal die Annahme. Steinbacher zufolge wird das heutige System nach der Erweiterung grundsätzlich beibehalten. Es bleibe indes bei jeweils einer Einfahrt nebeneinander für kostenfreie und gebührenpflichtige Entsorgung. Gratis können an der Hansastraße Grün- und Bioabfälle, Elektrogeräte sowie Altpapier abgegeben werden. Acht Euro pro Ladung zahlt, wer Sperrmüll oder Bauschutt anliefert. Die Anordnung der Container in einem Dreieck bleibt Steinbacher zufolge.

Die von der FDP beantragte Wahlmöglichkeit für Bürger zwischen Gelber Tonne und Gelbem Sack sei nicht möglich, berichtete der städtische Abfallberater Dirk Heinrichs in der Sitzung. „Seitens der Dualen Systeme wird diese individuelle Wahlmöglichkeit ausgeschlossen.“ Und eine vollständige Umstellung auf die Gelbe Tonne sei nur über einen Rechtsstreit möglich. Die Erfolgsaussichten stufte Heinrichs mit Blick auf andere klagende Städte als „sehr gering“ ein.

Städtischer Abfallberater rät
von Bio-Tonne für Langenfeld ab

Als einzige Stadt im Kreis Mettmann hat Langenfeld keine Bio-Tonne – wie auch Leverkusen und 13 weitere NRW-Städte. Mit jährlich rund 3600 Tonnen an den Annahmestellen Hansa- und Industriestraße gesammeltem Grünschnitt habe Langenfeld indes den höchsten Wert der kreisangehörigen Städte; zudem würden dort jährlich 100 Tonnen Bio-Abfälle in zusätzlichen Containern abgegeben. Auf 2800 Langenfelder Grundstücken wird laut Heinrichs kompostiert. Von einer Bio-Tonne rate er ab.

Steueramtsleiter Scholz riet auch von einer städtischen Altkleidersammlung ab. „In Langenfeld stehen nach seinen Angaben 67 Container kommerzieller Sammelfirmen auf 53 städtischen Grundstücken und bringen zusammen jährlich rund 25 000 Euro Gebühreneinnahmen; 15 weitere stehen auf Privatgrundstücken. „Dazu gibt es vier Altkleiderkammern bei DRK, Kinderschutzbund, Pro Donna (SkF) und Provera (LVR-Klinik).

Eine Änderung beim Sperrmüll kündigte Stadtkämmerer Thomas Grieger in der Sitzung an: „Die Abholung kann demnächst online beantragt ­werden.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung